Als schmuckes Kirchlein kann man die Pfarrkirche St. Ottilia in Randegg bezeichnen, wenn man davor steht. „Der Kirchturm überragt schief und bunt das Dorf“, ist in der Chronik aus 2014 zum 800-jährigen Bestehen Randeggs zu lesen. In den Jahren 2000/2001 wurde der Turm mit seinen glasierten Dachziegeln aus dem 12. Jahrhundert umfassend saniert. Bei dieser Sanierung stellte man fest, dass sich auch das Kirchenschiff (die Kirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut) in einem äußert maroden Zustand befand. So wurde Architekt Günther vom Architektur-Studio 2 in Konstanz 2003/2004 auch mit der Renovierung des Kirchenschiffs und der Sakristei beauftragt. Das geschah in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt in Freiburg.

Beim Betreten der Kirche stellen die Besucher fest, dass jetzt im Innenbereich Handlungsbedarf wäre. Sie Kirchengemeinde Gottmadingen, zu der die Pfarrei Randegg gehört, ist bereits tätig geworden. 2015 war im Chorraum Putz von der Decke gefallen. Nach den erforderlichen Gutachten wurde ein Investitionspaket geschnürt. Um einen Zuschuss vom Landesdenkmalamt zu erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. „Der denkmalbedingte Mehraufwand entspricht den erforderlichen Vorgaben“ erläutert Karla Graf vom Erzbischöflichen Bauamt in Konstanz und führt weiter aus: „Die Sanierung beugen bei der Kirche in Mischbauweise (Baustil Romanik, Gotik und Barock) einem Substanzverlust vor." So werden spätestens 2019 nach dem Plan von Architekt Günther der Chorraum und der Hochaltar, beide Seitenaltäre und der Ottilienaltar mit einem Gesamtaufwand von rund 100 000 Euro saniert. Als Zuschuss sind vom Landesdenkmalamt 17 000 Euro bewilligt. Während der Renovierung müsse die Kirche nicht geschlossen werden, erklärt Pfarrer Nikolaus Böhler.

Wie eng die Kirche, der Turm und einzelne Ausstattungsstücke mit der Geschichte von Randegg verbunden sind, erfährt man im Gespräch mit Dieter Fleischmann. So stammt eine Glocke aus dem Jahr 1209 und ist die älteste datierte Glocke Deutschlands. Die zweite Glocke stiftete Hans von Schellenberg (1552-1609) 1585, als er Ortsherr im Schloss Randegg war. Die dritte Glocke stammt aus dem Jahre 1788.

Schellenberg stiftete auch den Ottilienaltar, in dessen Nische dann das Büstenreliquiar der heiligen Ottilie, Patronin der Augenleidenden und Blinden, gestellt wurde. Randegg ist einer der ganz alten Wallfahrtsorte im Hegau. Bereits im 15. Jahrhundert hatte die Randegger Ottilienwallfahrt ihre erste Blütenzeit, was beträchtliche Einnahmen bedeutete. Randegg war zu der Zeit noch „filial zur Pfarrei Gailingen“ und so wurde von den Obrigkeiten in einer besonderen Urkunde festgelegt, wie die Einnahmen zu verteilen waren.