Otto Schweizer vom gleichnamigen Sporthaus hat seine Walking-Stöcke aus der Hand gelegt und beginnt mit den Aufwärmübungen. Auch die Radler müssen sich für ein paar Minuten von ihren Mountainbikes trennen, obwohl sie schon ganz ungeduldig auf ihren Sätteln wippen. Für die Läufer gehört das Aufwärmen ohnehin zum Programm. Es ist Sonntagvormittag im August. Ein Feriensonntag, an dem sich um 10 Uhr noch nicht allzuviel auf den Straßen im Hegau bewegt. Viele Menschen sind im Urlaub. Die meisten Vereine haben ihre Aktivtäten eingestellt. Der Sport hat fast überall bis nach den großen Schulferien Pause. Wer jetzt aktiv ist, der braucht eine gehörige Portion Überwindung, um dem inneren Schweinehund zu trotzen. Es wird wohl ein kleines Häuflein ehrgeiziger Freizeitsportler sein, die sich auf den Randegger Trail machen werden.

Aufwärmen vor dem Start der verschiedenen Disziplinen. Otto Schweizer ließ die Teilnehmer auf der Stelle sprinten.
Aufwärmen vor dem Start der verschiedenen Disziplinen. Otto Schweizer ließ die Teilnehmer auf der Stelle sprinten. | Bild: Sabine Tesche

Doch bei der Ankunft bei der Ottilienquelle, die als Start- und Zielpunkt dienen wird, herrscht schon muntere Geschäftigkeit. Der Seniorchef des Mineralwasser-Unternehmens, Dieter Fleischmann, begrüßt die Sportler. Läufer, Nordic-Walker und Mountainbiker treffen sich mitten in den Schulferien zum Gemeinschaftssport. Und es werden immer mehr.

Sammelpunkt: Am Ende eines Singletrails, auf dem es über Stock und Stein geht und nur hintereinander gefahren werden kann, warten die Mountainbiker aufeinander. <em>Bild: Gudrun Trautmann</em>
Sammelpunkt: Am Ende eines Singletrails, auf dem es über Stock und Stein geht und nur hintereinander gefahren werden kann, warten die Mountainbiker aufeinander. Bild: Gudrun Trautmann | Bild: Gudrun Trautmann

Als der Randegg-Trail vor vier Jahren erfunden wurden gingen etwa 30 ambitionierte Freizeitsportler an den Start. Heute sind etwa 120 Freunde der sportlichen Bewegung gekommen, um in drei Gruppen und drei unterschiedlichen Disziplinen den Grenzraum zu erkunden. Geschäftsführer Clemens Fleischmann von der Ottilienquelle und Leo Malsam vom SÜDKURIER erklären kurz die Regeln: Etwa zwei Stunden wird jede Gruppe in Wald und Wiesen unterwegs sein. Otto Schweizer leitet die Gruppe der Walker, Clemens Fleischmann und Leo Malsam die Läufer und Bianka Fleischmann führt die Mountainbiker über schmale Wege (Single-Trails) durch den Wald.

Clemens Fleischmann, Geschäftsführer der Randegger Ottilienquelle (links) und Leo Malsam vom SÜDKURIER erklären, was die Teilnehmer erwartet.
Clemens Fleischmann, Geschäftsführer der Randegger Ottilienquelle (links) und Leo Malsam vom SÜDKURIER erklären, was die Teilnehmer erwartet. | Bild: Sabine Tesche

Weil es in den vergangenen Tagen immer wieder geregnet hat, ist der Waldboden teilweise sehr aufgeweicht. Jetzt werden feuchte Wurzeln und Steine zur Gefahr. Baumstämme liegen im Weg, so dass die Fahrräder teilweise darüber hinweg getragen werden müssen. "Ihr werdet Grenzerfahrungen machen", hatte Bianka Fleischmann angekündigt und meinte damit nicht nur die Grenzsteine, im deutsch-schweizerischen Grenzraum. Belohnt werden die Sportler durch neue Einblicke in und herrliche Aussichten auf den Hegau.

Die Stimmung in allen drei Gruppen ist fröhlich. Nach zwei Stunden tauscht man sich bei einem Getränk über das Erlebte aus und verabredet sich gleich fürs nächste Jahr.


Bewegung im Sommer

Wenn in den meisten Vereinen das Sportangebot ruht, leidet die Kondition der Freizeitsportler. Um einen Anreiz dagegen zu setzen, erfanden Clemens Fleischmann, Daniel Bensberg (SÜDKURIER) und Otto Schweizer vor vier Jahren den Randegg-Trail. Vollkommen ohne Wettkampfcharakter, ist er ein Bewegungsangebot in den Disziplinen Laufen, Walken und Mountainbiken.