Für Klaus Brachat aus Ebringen ist die Brücke der Freundschaft zu einem Teil seines Lebens geworden. Neben seiner Familie und seinen Freunden liegt ihm die Brücke der Freundschaft, die er sinnbildlich schon oft überquerte, am Herzen. Diese Brücke gehört schon lange zu ihm, sie lässt sich zum Glück vieler Menschen nicht mehr aus Brachats Kopf und seiner Seele entfernen.

Im Jahr 1976 gründete Brachat den eingetragenen und gemeinnützigen Verein „Die Brücke der Freundschaft„. Dieser Verein unterstützt und realisiert seit über 40 Jahren wichtige Hilfsprojekte, die den Menschen in Sambia und Tansania das Leben in Sachen Gesundheit und Bildung erleichtert und lebenswerter macht.

Begegnung am Rande des Mukulungu-Elendsviertels von Kabwe in Sambia: Klaus Brachat mit dem Jungen Joshua Simbaya.
Begegnung am Rande des Mukulungu-Elendsviertels von Kabwe in Sambia: Klaus Brachat mit dem Jungen Joshua Simbaya. | Bild: privat

Eigentlich wollte Klaus Brachat in den 70er Jahren mit einer Jugendgruppe lediglich ein Hilfspaket mit Schuhen und Maggiprodukten nach Afrika schicken. Durch einen damaligen Missionar aus Ebringen, der in Sambia tätig war, entstand der Kontakt dorthin. Und schnell wurde klar, dass es für ein gutes Leben wesentlich mehr braucht als einmal Schuhe und Maggisuppen.

Wenn Klaus Brachat von den Geschichten und Erlebnissen erzählt, die er im Lauf der vielen Jahre hautnah miterlebte, scheinen seine Gedanken und Augen in die Ferne zu schweifen. Er strahlt eine große innerliche Zufriedenheit aus, wenn er von den Erfolgen der Brücke erzählt. Man müsse auch Enttäuschungen und Rückschläge einstecken, manchmal laufe er gegen eine Wand, erzählt er.

Klaus Brachat aus Ebringen trägt die Brücke der Freundschaft seit über vier Jahrzehnten im Herzen.
Klaus Brachat aus Ebringen trägt die Brücke der Freundschaft seit über vier Jahrzehnten im Herzen. | Bild: Sandra Bossenmaier

Doch im Gegensatz dazu wiegen die vielen Erfolge wesentlich schwerer. All diese Dinge formten den Menschen Klaus Brachat. Er wagt es zu bejahen, dass sein Engagement und der direkte Blick auf die Dinge in Afrika ihn zu einem glücklicheren und zufriedeneren Menschen gemacht haben könnten, als es ohne die Brücke möglich gewesen wäre. Brachat hatte versucht, sich auch in anderen sozialen Gremien einzusetzen. Aber in Afrika habe er immer das Gefühl gehabt, dass seine Unterstützung dort am meisten gebraucht werde.

Er sieht, wie gut es den Menschen in Deutschland geht, umgekehrt erschreckt es ihn manchmal, welch tiefer Unzufriedenheit man hier begegnet. Wenn er dann nach Afrika reist, sich zu den freundlich gesinnten Menschen gesellt und ihnen zuhört und mitten drin ist, dann sieht die Welt für ihn ganz anders aus. Dann wird ihm bestätigt, wie wichtig sein Engagement ist.

Die Familie zieht voll mit

Ein so viele Jahre andauerndes und zeitintensives Engagement ist nur möglich, weil seine Frau Ulrike und die Familie schon immer mit dem Familienvater hinter oder besser auf der Brücke der Freundschaft stehen. Diese Brücke wurde auch ein Teil des Lebens der Ehefrau Ulrike.

Nur gemeinsam war es wahr geworden, dieses stabile Bauwerk, das zwei verschiedene Welten mit völlig unterschiedlichen Problemen verbindet, aufzubauen. Privat müsse man allerdings schon so einige Male zeitlich jonglieren, um das Engagement und das Familienleben unter einen Hut zu bringen, sagt die Familie.

„Viele meinen zu wissen, wie man richtig hilft“

„Wir stehen gut informiert am Rand und schauen zu. Viele meinen zu wissen, wie man richtig hilft“, so Brachat. Dabei seien manche Hilfsprojekte mit geopolitischen Interessen verknüpft. Brachat pflegt persönlich einen engen Kontakt zu den Menschen in den Regionen, in die von der Brücke Unterstützung geschickt wird. Er ist verbunden mit den Menschen vor Ort.

Enge Freundschaften zu Einheimischen, haben sich entwickelt, auch zu Einheimischen, die im Laufe der Jahre verantwortungsvolle Positionen belegen konnten. Die Informationen, welche Hilfe benötigt wird, kommt direkt von den Menschen vor Ort. Freuen würde sich die Brücke der Freundschaft übrigens über weitere treue Unterstützer, schon mit kleinen Beträgen könne man viel erreichen, sagt Brückenbauer Klaus Brachat.