Wieder bleiben Schüler an den Bahngleisen in Gottmadingen stehen, weil die Waggons überfüllt sind. „Die letzte Woche ist es schlimmer denn je“, sagte Bürgermeister Michael Klinger. Nachdem er in der vorigen Sitzung die Gemeinderäte ermutigt hatte, mit einer Resolution ein Zeichen für den Landesverkehrsminister, die Deutsche Bahn und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg zu setzen, wurde diese nun in der jüngsten Sitzung verabschiedet. Zentrales Signal soll sein: „Wir appellieren an das Land, die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen durchzusetzen“, heißt es in dem Schreiben.

Klinger will wissen: Wie sieht eigentlich der Verkehrsvertrag genau aus?

Außerdem möchte Bürgermeister Michael Klinger in einem gesonderten Schreiben wissen, wie der Verkehrsvertrag zwischen Land und Bahn eigentlich genau aussieht, ob Strafzahlungen oder Mindervergütungen vorgesehen sind und ob diese Möglichkeit bereits genutzt wurde.

Teilweise sei nur ein Waggon unterwegs und von einem funktionierenden Busersatzverkehr könne man nicht sprechen. Ein Ersatzbus sei auch zu wenig, denn mit dem Zug sei man in fünf Minuten in Singen, mit dem Bus erst nach 20.

„Die Bahn schuldet eine Transportleistung“, klagte Klinger. Und er wisse so langsam nicht mehr, was er kritischen Eltern antworten solle. Dessen ungeachtet sei es wichtig, Zwischenfälle weiter der Gemeinde zu melden.

Wenn Kinder einen Platz haben, dann stehen sie wie Sardinen 

Entsprechend schnell streckten die Räte für den einstimmigen Beschluss der Resolution die Hände, viele sind auch persönlich betroffen. Die Tochter von Piratheepa Thileepan (Freie Wähler) kam nach ihren Angaben am Dienstag ebenfalls nicht zur Schule, weshalb sie den ganzen Tag mit Mails von Eltern sowie an die Bahn beschäftigt gewesen sei.

Die Bahn habe sich ihr gegenüber entschuldigt, doch das helfe nicht: „Wir müssen überprüfen, was bestellt ist, und wir brauchen grundsätzlich einen Waggon mehr“, sagte sie. Denn die Kinder stünden wie Sardinen, wenn sie überhaupt einen Platz im Zug ergattern. Bernhard Gassner (SPD) kritisierte dabei grundsätzlich, dass viel mehr Fördergelder in den Auto- als in den öffentlichen Nahverkehr investiert würden.

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Auch in Bussen wird es derzeit eng – doch hier sei ein Ende in Sicht

Martin Sauter (Freie Wähler) schilderte ein ähnliches Problem bei Bussen: Der Schulbus sei aus Gailingen kommend bereits so voll, dass seine Kinder zuletzt an zwei Tagen in Folge nicht mitfahren konnten.

Hier zeigte Bürgermeister Klinger aber noch Verständnis: Während der Bahnverkehr chronisch krank sei, gehe es beim Bus um eine temporäre Krankheit. Denn mit der Neuausschreibung des Busverkehrs zum neuen Jahr hätten sich viele Busfahrer bereits einen neuen Arbeitgeber als Südbadenbus gesucht, weshalb nun Fahrer fehlen. Er rechnet damit, dass auch die Unternehmer, die den Busverkehr im Auftrag des Landkreises ab Januar übernehmen, erstmal Startschwierigkeiten haben werden.

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