Mit dem Schwarzwaldverein Gottmadingen führte die dritte Wanderung im Rahmen der Sommerserie "der SÜDKURIER bewegt" von Bietingen Richtung Ebringen. Gottmadingens Umweltbeauftragter Eberhard Koch begleitete die Wanderer auf der Tour und gab allerlei wissenswerte Hinweise zu Herkunft und Qualität des Trinkwassers in der Hegau­gemeinde. Doch ganz so tief, wie es am Ende herauskam, wollten die SÜDKURIER-Wanderer in das Thema Wasserversorgung eigentlich gar nicht eintauchen. Ging es zunächst vorbei an dürstenden Maisfeldern, dürrenden Obstbäumen und ausgetrockneten Ackerböden, war auf dem Rückweg die Welt eine andere.

Doch zunächst ging die Tour Richtung Etzenquelle bis zu den Hardtseen, die aus dieser kleine Quelle gespeist werden. „Einst versorgte die Quelle ganz Ebringen. Aufgrund ihrer Nitratbelastung konnte sie aber irgendwann nicht mehr genutzt werden“, so Koch. Inzwischen habe man die Trinkwasserversorgung in Gottmadingen komplett auf Tiefbrunnen umstellen können. Um Trinkwasser in ausreichender Menge und guter Qualität liefern zu können, setzt Gottmadingen auf mehrere Versorgungswege: Der Ortskern wird durch den Tiefbrunnen und Quellen am Heilsberg versorgt, die Ortsteile Bietingen und Ebringen beziehen ihr Trinkwasser aus dem Tiefbrunnen Bietingen, Randegg und Petersburg beziehen aus den Tiefbrunnen in Gottmadingen und fördern in Randegg selbst 43 000 Kubikmeter pro Jahr. Murbach bezieht rund 5000 Kubikmeter Trinkwasser aus einer eigenen Quelle. „Gegenüber oberflächennahen Quellen haben Tiefbrunnen große Vorteile“, betonte Koch. Erstens sei das Risiko einer Verunreinigung deutlich niedriger und zweitens seien tieferliegende Grundwasservorkommen lange nicht so abhängig von aktuellen Wetterereignissen.

Wie abhängig von Wetterereignissen der Mensch sein kann, erlebten die Wanderer wenig später. Erst wurden dunkle Wolken am Horizont mächtig, dann frischte der Wind auf, ferne Blitze zuckten am Himmel und plötzlich war das Thema Wasser ganz nah. Regentropfen fielen zunächst vereinzelt vom Himmel und Eberhard Koch erläuterte das Ökosystem der Hardtseen, die im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen beim Bau der Autobahn bis Bietingen aufgewertet wurden. Der Verlauf der Etzen-Quelle wurde Richtung Hardtseen geleitet und bis heute werden die Feuchtbiotope aus der Quelle gespeist. Zudem werde das Wasser des Gottmadinger Höhenfreibads aus dieser Quelle gewonnen, deren Nitratwerte inzwischen wieder unterhalb des Grenzwerts liegen.

Weiter wandern, oder abbrechen, lautete die Frage an die Gruppe unter Regenschirmen. Schnell waren sich die Wanderer am Freitagabend einig, die große Tour abzukürzen und zügig den Weg zum trockenen Gasthof Wider einzuschlagen.
Weiter wandern, oder abbrechen, lautete die Frage an die Gruppe unter Regenschirmen. Schnell waren sich die Wanderer am Freitagabend einig, die große Tour abzukürzen und zügig den Weg zum trockenen Gasthof Wider einzuschlagen. | Bild: Tesche, Sabine

Weit unterhalb des normalen Pegels lag angesichts der Trockenheit der letzten Wochen der Wasserspiegel der Waldseen. Aber was sich mit schweren Tropfen bereits angekündigt hatte, wurde schnell Realität: Ein Wolkenbruch ereilte die Wandergruppe und bis zum Heilsberg reichte die Ausdauer dieses Mal nicht: „Sollen wir weiter wandern, oder wollen wir abbrechen“, fragte Wanderführer Helmut Müller die Gruppe unter Regenschirmen. Schnell waren sich die 48 Wanderer am Freitagabend einig, die große Tour abzukürzen und zügig den Weg zum trockenen Gasthof Wider einzuschlagen.