Was tun, wenn die Kaffeemaschine streikt, die Wanduhr nicht mehr tickt oder der Reißverschluss kaputt ist? Reparieren statt Wegwerfen ist die Devise im Repair Café. Von der freien evangelischen Gemeinde ins Leben gerufen, kommt die temporäre Reparaturwerkstatt bei den Bürgern in der ganzen Umgebung an: "Heute haben wir die 1000. Reparatur durchgeführt", freut sich Andreas Lorch vom Organisationsteam. Die Erfolgsquote liege bei rund 70 Prozent. Da sei vom gebrochenen Stuhlbein bis hin zum defekten Computer alles dabei.

An den Tischen im ehemaligen Parkrestaurant im Industriepark häufen sich Gegenstände jeder Art. "Wo klemmt es?", fragt Gerd Schumacher und nimmt sich den Staubsauger vor. "Im Moment ist das ein Nichtsauger, er zieht nicht mehr", sagt Elsbeth Armbruster. Es sei ein spezielles Modell für Allergiker. Gerd Schuhmacher lässt sich von der besonderen Bauart nicht beirren und sucht mit prüfendem Blick die Fehlerquelle.

Vom Staubsauger bis zur Pfeffermühle

Gleich nebenan hat Mario Resono eine Pfeffermühle wieder zusammengebaut, probiert sie aus und sie funktioniert wieder einwandfrei. Raphael Fischer hat auch einen Staubsauger in Arbeit und freut sich mit dem Besitzer, wenn er ihn wieder zum Laufen bringt. Denn er weiß, dass es in vielen Fällen nicht um den Wert des kaputten Teils geht: "Die Leute sind so dankbar. Oft sind die Sachen alt, aber sie sind ihnen ans Herz gewachsen."

Jetzt tut der alte Laptop es wieder

Das zählt auch für einen betagten CD-Radioplayer am Tisch nebenan. "Er funktioniert wieder, so einfach kann das sein", freute sich der Kunde. Es war nur Schmutz auf der Linse.

Auch Hubert Blasius beweist sich als Tüftler mit Erfahrung: "Ich hatte den richtigen Riecher, der mechanischen Wanduhr fehlte nur ein Tropfen Öl." Das sei meistens das Problem und schnell gelöst. Langwieriger seien abgerissene Ketten, aber mit viel Geduld bringe man auch die wieder zum Laufen. Die meisten Kunden schauen interessiert bei der Reparatur zu, andere verbringen die Wartezeit bei Kaffee und Kuchen an Extratischen.

Meist geht es um Elektrogeräte

Ein großer Teil sind Elektrogeräte, Michaela Feiler wartet, bis ihre beiden Heckenscheren drankommen. "Ich bin schon praktisch veranlagt", verrät sie, dass sie ja gerne selbst nachschauen wollte. Aber ihr Mann habe gemeint, sie soll es lieber hier mal probieren. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter bringen auch berufliche Kenntnisse mit und gehen mit Spaß, Ausdauer und Geduld ans Werk. Gängige Teile zum Auswechseln haben sie dabei.

Bis zu 25 ehrenamtliche Tüftler machen mit

"Das ist hier wie früher, es fehlte nur ein kleines Schräubchen", war Barbara Jordan glücklich, dass der Mechanismus zwischen Klappdeckel und Bildschirm ihres Laptops wieder funktionierte. Mit Holz kennt Lutz Werner sich aus und gab Hilfe zur Selbsthilfe beim Leimen eines Stuhlbeins. An ihren Nähmaschinen und mit Nadel und Faden sind Susanne Zielke, Gudrun Baumann und Eva-Maria Baur im Einsatz. Ob Ärmel kürzen, Schlaufen annähen oder Löcher flicken: "Darin sind wir geübt und zudem flexibel und einfallsreich", meint Susanne Zielke.