Eine üble Tat schweißt eine Gemeinde zusammen. Seit in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass das Haus einer Familie afrikanischer Herkunft mit Hakenkreuzen und einer rassistischen heftigen Beleidigung beschmiert wurde, herrscht bei den Gottmadingern eine wohl bisher kaum festgestellte Einigkeit. Auch Menschen, die gerne mal kritische Töne bei sozialen Themen anschlagen, zeigen Geschlossenheit und Emotionen.

Hakenkreuze und rassistische Parolen in Gottmadingen, dazu noch zielgerichtet gegen eine Familie – das geht gar nicht. Mehr als eintausend Unterschriften und 4000 Euro Spenden für eine ganzseitige Anzeige in Medien mit allen Namen sind zusammengekommen. Die Anzeigen gab's kostenlos. Das Geld fließt jetzt in ein geplantes Schulprojekt gegen Rassismus und Rechtsradikalismus. Bürgermeister Michael Klinger, Ex-Gemeinderat Herbert Buchholz und die Buchautorin Ulrike Blatter sind als Initiatoren hoch erfreut, dass die Gottmadinger soviel Solidarität mit der Familie Aideyan zeigen.

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Die gab sich bei einem Besuch des SÜDKURIER noch etwas eingeschüchtert ob der Tat, aber sehr sympathisch und dankbar gegenüber den Menschen, die ihnen so großen Zuspruch gaben. Herzerfrischend, wie die zehnjährigen Zwillinge Tyra und Chiara sowie der etwas ältere Tyron fröhlich über sich erzählten. Erfreulich ist, dass die Töchter in der Singener Ekkehard-Realschule und in der Tanzschule Seidel genauso wie der Sohn auf dem Hegau-Gymnasium und als begeisterter Fußballer beim Jugendförderverein Singen nur positive Reaktionen nach dem Schreck erfahren.

Auch viele Vereine aus Gottmadingen und den Ortsteilen gaben Zuspruch. "Die Tat ist unverschämt", sagt Andreas Plumari. "So etwas darf bei uns nicht passieren", erklärt der Vorsitzende des TUS Gottmadingen. "Bei uns kicken Akteure aus vielen Herkunftsländern. Alle sind bestens eingebunden. Wir verurteilen die Tat aufs Schärfste", betont Danny Cirillo vom FSV Phönix Gottmadingen. Persönlich sorgte eine schlimme Tat dafür, rührige Menschen kennenzulernen, wie Malinee Helmer oder die Buchautorin Ulrike Blatter, die sich besonders herzlich um die Familie kümmern.

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