Jubiläen sind immer was Besonderes. Und wenn es sich um das doppelte Jubiläum einer Kunstausstellung handelt, ist es etwas ganz Besonderes. Die Experimentelle wird 30 Jahre alt und feiert dieses Jahr die 20. Auflage. Unter der Schirmherrschaft von Bärbel Schäfer, Regierungspräsidentin in Freiburg, wird die Kunstausstellung nicht nur in tradierter Art und Weise hochkarätige moderne Kunst an den angestammten Orten präsentieren. "Es wird einige Besonderheiten geben", kündigte Organisator Bernd Gassner vom Förderverein für Kultur und Heimatgeschichte (Fökuhei) an. Der Verein hatte zur Pressekonferenz auf Schloss Randegg eingeladen, wo ein Großteil der Werke ausgestellt sein wird. An sechs Standorten werden über 500 Exponate ausgestellt, davon auf Schloss Randegg alleine 200. Die Ausstellung wird gemeinsam mit Galerist Titus Koch organisiert.

Neben anderen wird eine Malaktion ein Höhepunkt der Veranstaltung sein. Die Künstler Peter Casagrande, Harald Häuser, Heiko Herrmann, Rainer Braxmaier, Marc Felten, Tony Hofmayer und Albertrichard Pfrieger wollen ein Zeitdokument erstellen. Das Zeitdokument wird von den Künstlern in einer Zeitspanne von fünf bis sechs Stunden entstehen. An der Mauer zu Schloss Randegg werden Leinwände von einer Länge von 30 Metern aufgespannt. Auf diesen 30 Metern werden sich die Künstler mit inspirierten Bildern verewigen. Dieses sogenannte Actionpainting (Aktionsmalerei) wird filmisch festgehalten vom Filmteam Kai Kaul und Andrea Sigrist aus Düsseldorf.

Freuen sich auf die 20. Experimentelle: Fördervereins-Vorsitzender Bernd Gassner, Paul Ryf vom Kunstverein Thayngen, Galerist Titus Koch Galerist und künstlerischer Leiter und Bürgermeister Michael Klinger(v.l.).
Freuen sich auf die 20. Experimentelle: Fördervereins-Vorsitzender Bernd Gassner, Paul Ryf vom Kunstverein Thayngen, Galerist Titus Koch Galerist und künstlerischer Leiter und Bürgermeister Michael Klinger(v.l.). | Bild: Günther Vasel

Es gebe erfreulich viele Gemeinden, die sich an der Ausstellung beteiligen, dazu gehörten Amstetten in Niederösterreich und auch Thayngen in der Schweiz, wie Paul Ryf vom Kunstverein bestätigte. 320 Künstler hätten sich diesmal beworben, unter ihnen etwa ein Dutzend, die bisher immer dabei waren, so die Organisatoren. Besondere Freude bereite die Teilnahme des Künstlerpaars Mwangi Hutter.

Gottmadingens Bürgermeister Michael Klinger meinte, dass die Experimentelle erwachsen geworden sei. Stürmisch habe er sie am Anfang erlebt und sie sei gewachsen und international geworden. Man suche ja immer nach Themen, die die Nationen und die Menschen miteinander verbinden, so Klinger. Und diese Kunstausstellung sei ein Aushängeschild über die Grenzen hinweg. Toll fand es der Bürgermeister, dass das Engagement der Ehrenamtlichen ungebrochen die Zeit überdauert habe.

Eines aber ist für Titus Koch bedauerlich: Die Experimentelle sei nur regional bekannt.


Die Schauplätze

Auftakt der Ausstellungsreihe Experimentelle ist eine Vernissage in Randegg am 6. Juli. Weitere Ausstellungen gibt es in Amstetten in Niederösterreich, in Thayngen in der Schweiz, in Ruhestetten, in Bad Schussenried sowie in Straßburg. Mitorganisator Titus Koch zieht mutig Parallen zur Documenta in Kassel. Die Anzahl der Exponate sei bei der Experimentelle wesentlich größer und vielfältiger, das Budget mit unter 100 000 Euro dabei winzig gegenüber 42 Millionen Euro bei der Documenta. Etwa 90 Prozent der Bilder werden zum Kauf angeboten. Führungen sind auf Anfrage möglich. (va)