Die Bauarbeiten für die neue Eisenbahnbrücke an der Hilzinger Straße haben begonnen. Bürgermeister Michael Klinger informierte mit Vertretern der Bahn beim Dorfgespräch über Besonderheiten.

Fast ein Jahr lang werden die Anwohner wegen des Brückenneubaus Umwege fahren müssen. Besonders die direkten Nachbarn sind vom Lärm durch die Bauarbeiten betroffen, insbesondere in den Pfingstferien, wenn die Bahnstrecke komplett gesperrt ist, weil die Hilfsbrücken gebaut werden. Markus Jautz, Projektleiter für die Projektrealisierung von Brücken bei der DB Netze, erläuterte einige Details. "Wir haben zwei Sperrzeiten, zum einen vom 18. Mai bis 3. Juni, zum anderen vom 14. bis 18. Oktober, wenn die neue Brücke eingeschoben wird", so Jautz. Die Züge fahren in diesen Zeiträumen zwischen Singen und Schaffhausen/Thayngen nicht, sondern es gibt einen Schienenersatzverkehr." Man habe die erste Sperrzeit bewusst in die Pfingstferien gelegt, da dann keine Schüler die Bahn nutzen müssen, so Bürgermeister Michael Klinger. Der Ersatzfahrplan ist auch auf der Internetseite der Gemeinde zu finden.

 

Ab 19. Mai fahren Ersatzbusse

Von Samstag, 19. Mai, 5 Uhr, bis Sonntag, 3. Juni, 1 Uhr, fallen die Züge zwischen Schaffhausen/Thayngen und Singen (Hohentwiel) aus und werden durch Busse ersetzt. Der Ersatzfahrplan wird durch die Bahn als Taschenfahrplan verteilt.

Die geänderten Fahrzeiten: www.reiseauskunft.bahn.de

 

Bahnvertreter spricht von einer extremen Beeinträchtigung

Die Lärmbelästigung war das Thema, das die meisten der rund 60 Anwohner, die zum Dorfgespräch gekommen waren, umtreibt. Günther Lohr von der DB Netze sprach für die Zeit in den Pfingstferien von einer "extremen Beeinträchtigung", da dann Tag und Nacht gearbeitet werde. Tagsüber seien die Belastungen mit bis zu 70 Dezibel zumutbar, es lägen manchmal aber Spitzenwerte darüber.

Für die direkten Anwohner, in diesem Fall sind 28 Häuser betroffen, gibt es Hotelgutscheine. Allerdings gab es teilweise besondere Wünsche. So hätte eine Frau mit zwei Kleinkindern für diesen Zeitraum lieber eine Ferienwohnung und ein Mann wünschte sich, dass die Bahn ihm ein Home-Office außerhalb der Lärmzone zur Verfügung stellen sollte. Nach welchen Kriterien die Hotelgutscheine verteilt wurden, wollte eine Frau wissen. Hierfür seien Werte berechnet worden und die Bewohner aller Häuser, die einen Lärmpegel von bis zu 60 Dezibel nachts ertragen müssen, bekämen den Hotelgutschein, erläuterte Günther Lohr.

Bahn dokumentiert aktuellen Zustand der Häuser

In der Woche vor den Pfingstferien werden bei den umliegenden Häusern noch Erschütterungsmessungen vorgenommen. "Die Anwohner wurden deshalb angeschrieben", so Jautz. Bei den Häusern im unmittelbaren Umfeld der Brücke seien auch Beweissicherungen gemacht worden, sagte Michael Klinger. Er geht davon aus, dass die Hausbesitzer die Ergebnisse dieser Messungen erhalten. Während der Sperrphase habe die Bahn ein Büro bei der Baustelle, wohin sich Anwohner wenden können.

Ein Problem sehen die Anwohner auch durch zu schnell fahrende Fahrzeuge durch das Wohngebiet "Im Täschen". Zur Abschreckung könne man hier das mobile Geschwindigkeitsmessgerät aufstellen, so Klinger. Der Pfosten am Ende des heute neben dem Gehweg verlaufenden Radwegs in Richtung Ortskern wird nach Abschluss der Fahrbahnerneuerung auch verschwinden, da beidseitig kombinierte Geh-/Radwege gebaut werden.