In der Kindergartenbedarfsplanung der Gemeinde Gottmadingen prangt an einer Stelle eine auffällige rote Zahl: 20 Plätze fehlen 2019/2020 im katholischen Kindergarten Bietingen. 42 Plätze stehen dort zur Verfügung, doch zu Beginn des nächsten Kindergartenjahres nach den Sommerferien wurden 50 Kinder angemeldet, zum Ende des Kindergartenjahres werden es 62 sein. Daher hat die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Finanzen und Soziales eine Umstrukturierung und einen Umbau vorgeschlagen: Das bestehende Gebäude in Bietingen soll künftig zwei Regelgruppen mit insgesamt 46 Plätzen und eine neu geschaffene Kleinkindgruppe mit zehn Plätzen aufnehmen. Die Verwaltung rechnet ersten Schätzungen zufolge mit Umbaukosten von 100 000 Euro. Unklar ist, ob die Arbeiten schon bis September umgesetzt werden können. Der Ausschuss stellte einstimmig den Bedarf fest, sodass nun geplant werden kann.

Kindergarten und Grundschule in einem Ort

"Es braucht eine gemeinsame Lösung, damit die Kinder im Ortsteil bleiben können", erklärte Hauptamtsleiterin Marion Haas. Theoretisch könnten die betroffenen Kinder zwar in Gottmadingen betreut werden, doch das findet Haas nicht optimal: Wenn Kinder in Bietingen den Kindergarten besuchen, haben sie ein ähnliches Umfeld wie wenig später in der örtlichen Grundschule. Laut Marion Haas hat die Verwaltung sich die umzubauenden Räume bereits angesehen und hofft, damit auszukommen. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg gebe vor, was die Räume bieten müssen. Dazu zählen dann beispielsweise ein extra Wickelbereich oder Schlafräume für die Kleinkinder.

Genaue Kosten sind noch unklar

Die grob geschätzten Kosten sind noch nicht im Haushalt eingeplant, doch das ist laut Bürgermeister Michael Klinger kein Hinderungsgrund. "Jetzt lassen Sie es uns erstmal planen und rechnen – wir bekommen das gebacken", sagte er. Keiner der Gemeinderäte bezweifelte das, so sagte etwa Kirsten Graf (SPD): "Wir bauen da etwas, wo zunehmend Bedarf ist, daher sind wir gehalten, das zu tun." Dass es keinen kompletten Neubau brauche, sei gut für die Gemeinde. Kämmerer Andreas Ley hält auch einen Zuschuss für möglich: Im Zuge des Kinderbetreuungsgesetzes seien bis zu 7000 Euro pro geschaffenem Platz möglich.

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Bis zum 22. Februar konnten Eltern ihr Kind für die Betreuung anmelden, seit wenigen Tagen liegen nun die Ergebnisse vor. Insgesamt liegt der Bedarf bei 306 Plätzen für Kinder zwischen knapp drei Jahren und Schuleintritt in Gottmadingen, dazu kommen 35 Plätze für Kleinkinder zwischen einem oder zwei und knapp drei Jahren. In den Ortsteilen gibt es einen Bedarf von 102 Plätzen für ältere sowie künftig 20 Plätzen für Kleinkinder. Teils wurden zuletzt die Öffnungszeiten verlängert.

Schwarze Zahlen: Wenige Plätze sind noch frei

Dabei sind die meisten Plätze in den sechs Einrichtungen Gottmadingens belegt, lediglich im katholischen Kindergarten St. Martin sind noch 15 Plätze frei. Hier appellierte Lisa Bischoffberger als Abteilungsleitung für Jugend, Familie und Soziales an die Verantwortlichen, einen Wechsel zu überdenken: Wenn es in allen Einrichtungen freie Plätze geben würde, könnten beispielsweise Flüchtlingskinder besser verteilt werden. Auch im Kindergarten Täschen sind bei der Kleinkindbetreuung für Kinder zwischen einem Jahr und 2,75 Jahren noch 15 Plätze frei – die Erfahrung zeige aber, dass es meist spontane Anmeldungen für die Spielgruppe gebe. Außerdem sei ein Puffer dort wegen Personalproblemen hilfreich.

Hier wird es auch eng:

Eng wird es im nächsten Kindergartenjahr auch im evangelischen Kindergarten, wo drei Plätze fehlen, und im Kindergarten Täschen, wo zwei Plätze fehlen. Doch wenn der katholische Kindergarten Bietingen umstrukturiert wird, sind die meisten Zahlen wieder im schwarzen statt roten Bereich.

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