Ausgerechnet beim Freiluftkonzert des Musikduos Burr & Klaiber im Schlosshof Randegg spielte das Wetter nicht mit und bei eben mal 12 Grad Celsius war es gefühlt bitterkalt. Entsprechend begrüßte Bernhard Gassner, der Vorsitzende des veranstaltenden Förderkreises für Kultur und Heimatgeschichte, die Gäste mit der schwarzhumorigen Bemerkung, dass das schlechte Wetter immerhin die Gelegenheit biete, die aktuelle Winterkollektion zu präsentieren. Die erfahrenen musikalischen Haudegen Winfried Burr auf der Violine und Siegfried Klaiber an der Gitarre ließen sich von den Wetterkapriolen nicht beirren und heizten dem Publikum mit ihren heißen Rhythmen ordentlich ein.

Los ging's allerdings mit den eher meditativen Klängen der Neukomposition "Alle Zeit der Welt", die an die Musik von Andreas Vollenweider erinnert, denn der zarte, sehr hallige Sound der Violine wies starke Parallelen zu den Harfenklängen des Schweizer Musikers auf. Das Duo Burr & Klaiber ist dann in seinem Element, wenn es alte Blues-, Rocktitel auf seine sehr eigene Weise interpretiert. Mitreißend ist es auch, wenn es Funk- und Bossa Nova-Stücke spielt.

Die beiden Musiker ergänzen sich kongenial, auf der einen Seite der virtuose Gitarrist Siegfried Klaiber, der Ruhepol des Duos, der sich nie von seinem Stuhl erhebt; und auf der anderen Seite Winfried Burr, ein Derwisch, der ständig in Bewegung ist und seine Violine, die schreit, jault, weint und lacht, dazu einsetzt, um seinen Emotionen freien Lauf zu lassen.

Im Verlauf des Konzerts wird der Zuhörer vom hypnotischen, kraftvollen Klang des Duos Burr & Klaiber förmlich aufgesogen und schließlich wippen und klatschen alle Zuhörer begeistert mit, wenn die beiden, die übrigens auch gute Sänger sind, mit "We are family" von den Pointer Sisters funky grooven oder wenn Siegfried Klaiber bei "Spinning wheel" von Blood, Sweat & Tears seiner Akustikgitarre so vielseitige Klänge entlockt, dass man meint, auch Rhythmus- und gar Blasinstrumente zu hören.