Gottmadingen – Die gute Nachricht: In der Gottmadinger Eichendorff-Schule kann zumindest wieder in einem Teil des Gebäudes unterrichtet werden, nachdem ein Brand die Schule tagelang lahmgelegt hatte. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit fieberhaft wegen Brandstiftung. Sie geht fest davon aus, dass ein Täter einen Abfall-Container angezündet hat. Von dort griff das Feuer auf das Schulgebäude über. Die schlechte Kunde: Der Schaden, den das Feuer verursachte, ist beträchtlich.

"Wir müssen davon ausgehen, dass die Schadenshöhe mehr als 100 000 Euro beträgt", schildert Alexander Kopp vom Gottmadinger Bauamt. Die Gebäude-Versicherung übernehme den Schaden, allerdings werde es noch bis in die Sommerferien hinein dauern, bis die Räume, die durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen wurden, instandgesetzt seien. "Etwa ein Drittel der gesamten Räume ist betroffen. Sie befinden sich alle im alten Hauptschulgebäude. Am stärksten ist der Kopierraum beschädigt. Der Brand hat zwei Computer völlig zerstört", so Kopp. Auch die Bibliothek und ein Computerraum seien wegen starker Rauchschäden genauso gesperrt wie Außen-Toiletten. Es erfolgten bereits umfangreiche Reinigungsarbeiten. "Experten haben Schadstoff-Messungen vorgenommen. Die Labor-Auswertungen erwarten wir in Kürze", erklärt Kopp. Die Räume, in denen nun unterrichtet wird, seien ebenfalls untersucht und aus der Erfahrung heraus von den Fachleuten so bewertet worden, dass sie bedenkenlos freigegeben werden konnten. "Die Laborwerte sollen dies nachträglich dokumentieren, auch um mögliche besorgte Eltern zu beruhigen", sagt Kopp. Da die Zehntklässler als Entlass-Schüler bereits nicht mehr da seien, reichten die derzeit noch belegbaren Räume aus, um alle Schüler zu unterrichten. Seit es den Eichendorff-Schulverbund gibt, werden Real- und Hauptschüler gemeinsam unterrichtet.

"Leider stellen wir eine zunehmende Zerstörungswut fest, nicht nur in Gottmadingen, sondern im ganzen Landkreis. Und deshalb häufen sich gelegte Brände von Mülleimern, gelben Säcken oder Papier-Containern. Das geht nicht mehr als Lausbubenstreich durch", berichtet Stefan Kienzler, Kommandant der Gottmadinger Feuerwehr und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Feuerwehr rate, öffentliche und private Müllbehälter nicht direkt an eine Gebäudewand zu stellen. Erst vor wenigen Monaten brannte ein Container bei der Bietinger Halle, die Feuerwehr konnte wie in Gottmadingen durch ihren schnellen Einsatz Schlimmeres verhindern. "Hätte nicht ein Nachbar den Brand an der Gottmadinger Schule schnell bemerkt, wären die Folgen weitaus fataler gewesen. Es ist auch schwierig, mitten in der Nacht genug Einsatzkräfte zu bekommen", so Kienzler.

Alle Schüler sind laut Sekretariat der Eichendorff-Schule am Donnerstag wieder in die Eichendorff-Schule gekommen. Es habe keine Bedenken der Eltern wegen möglicher Rest-Schadstoffe gegeben. "Die Luft ist wieder rein. Ich bin da völlig unbesorgt, wie auch die anderen Mütter, die ich kenne", sagt Katja Kishioka. Ihr Sohn Julian hat sich über drei freie Schultage in dieser Woche gefreut. "Brandstiftung ist eine Straftat. Sie kann schlimme Folgen haben, wie hohe Sach- oder gar Personenschäden. Es drohen straf- und zivilrechtliche Konsequenzen", erklärt Bernd Schmidt, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz.