Der 41. Bierabend der Gottmadinger Gerstensack-Zunft mit viel närrischer Prominenz vermeldet Rekordverdächtiges. Die Zunfträte Christian Schopper und Stephan Huber haben wohl ein Bier gebraut, das besonders leicht die Kehle hinunter fließt. Mit den Eigenschaften "weich, malzbetont, körperreich, süffig" beschreibt das Brauer-Duo das untergärige, naturtrübe und vollmundige Märzenbier. "Die letzten Gäste gingen morgens um halb fünf", schildert der Ehrenzunftmeister der Gerstensäcke, Walter Benz. Der Hans Dampf in allen närrischen Gassen feierte an Silvester seinen 75. Geburtstag. Er verließ beim Bierabend die Fahr-Kantine viele Stunden früher als die letzten Besucher, die noch Weihnachtsbier verkosteten, weil das Gerstensack-Gebräu alle war, wie Benz berichtet. "Das gab es noch nie. 430 Liter Narrenbier wurden von den 340 Menschen in der Fahr-Kantine getrunken. 120 Liter haben wir noch in Reserve", verrät Benz. Nun gilt es, streng rationiert über die närrischen Tage hauszuhalten. Erstmals will Walter Benz bei der Ordensverleihung in seinem Narrenkeller gewöhnliches Bier ausschenken, damit die Gerstensäcke ihr Gebräu auch noch in der Kern-Fasnacht ausschenken können.

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Der Kölner Jeck

Köln und Gottmadingen – da war doch was. Die Firma Fahr gehörte in den 70-er und 80-er Jahren zum Kölner Konzern Klöckner-Humboldt-Deutz. Mitunter hatten hohe Herren aus der Domstadt in einem separaten Teil der Fahr-Kantine gespeist. So passte es, dass der Kölner Martin Huff erstmals zum Bierabend in die altehrwürdige Fahr-Kantine kam. Huff gehört als Rittmeister der Reserve zu der fernseherprobten Ehrengarde Köln. Er berät die Gerstensack-Zunft zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Singener Rechtsanwältin Sabine Speisebecher, die Gerstensack-Zunft in immer schwieriger werdenden rechtlichen Fragen. Zum Staunen des Publikums hängte Huff Zunftmeister John Weber und Stellvertreterin Susi Klopfer prächtige und mächtige Orden um. Früher hatten die Kölner in Gottmadingen weniger positiv agiert. Mit ihnen ging es mit der Firma Fahr mächtig bergab. Die Jecken saßen im Kölner Konzern. Das fanden die Fahrianer gar nicht lustig.

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