Ungefähr eine halbe Stunde bräuchte man zu Fuß, bis man ein eventuelles Gewerbegebiet am südöstlichen Rand von Gottmadingen, in Blickrichtung Rosenegg, umlaufen hätte. Aufgrund einer Nutzungsplanänderung könnte dort eine als Wohngebiet ausgewiesene Fläche in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden. Insgesamt handelt es sich hierbei um eine Gesamtfläche von 15 Hektar am sogenannten "Promilleweg" nach Rielasingen-Worblingen. Bevor der Gemeinderat darüber entscheidet, hat sich nun unter Bürgern entschiedener Protest gegen die Pläne geregt.

Über 100 Bürger versammelten sich im Vorfeld der für heute terminierten Gemeinderatssitzung vor Ort, um sich zu informieren, sich auszutauschen und die Größe der zur Diskussion stehenden Fläche zu veranschaulichen. Gemeinsam bildeten sie eine Menschenkette, um damit ihre Sorge über einen Einschnitt in das Landschaftsbild zu demonstrieren.

Die Bürgergruppe Weitblick für Gottmadingen hatte zu einem Treffen vor Ort mit dem Titel "Landschaft am Promilleweg erhalten" eingeladen. Ziel dieser Gruppe ist es, das Landschaftsbild zu erhalten und eine mögliche Entscheidung für ein neues Gewerbegebiet abzuwenden. Andreas Klett spricht hier zur aktuellen Situation.
Die Bürgergruppe Weitblick für Gottmadingen hatte zu einem Treffen vor Ort mit dem Titel "Landschaft am Promilleweg erhalten" eingeladen. Ziel dieser Gruppe ist es, das Landschaftsbild zu erhalten und eine mögliche Entscheidung für ein neues Gewerbegebiet abzuwenden. Andreas Klett spricht hier zur aktuellen Situation. | Bild: Sandra Bossenmaier

"Wir sind der Meinung, dass es Alternativflächen gibt", so Andreas Klett aus Gottmadingen. Das Areal eigne sich nicht als Gewerbegebiet. Für ihn vorstellbar ist die Fläche an der Osttangente, sowie eine an der rechten Seite entlang der Bundesstraße Richtung Spießhof. Würde man keine Alternative finden, müsse man sich letztendlich mit dem Gedanken befassen, dass es kein neues Gewerbegebiet geben werde.

Klett ist Teil der Bürgergruppe Weitblick für Gottmadingen. Ziel der Gruppe ist es, die Landschaft am Promilleweg zu erhalten. Außerdem wünscht man sich in doppeltem Sinne einen Weitblick für Gottmadingen. Zum einen den weiten Blick in die unverbaute Landschaft am Promilleweg und eine lebenswerte Zukunftsgestaltung, so Lothar Teuber vom Organisationsteam der Versammlung in seiner Begrüßung.

"Es bereitet mir Kopfzerbrechen, wie mit Ackerland umgegangen wird", so der erfahrene Biogärtner Stefan Zahn aus Randegg. Für ihn wichtig sind die landwirtschaftlichen Flächen vor Ort, die für eine regionale Versorgung benötigt würden. Barbara Zimmermann wohnt in der Nähe des heiß diskutierten Gebietes. Auch sie macht sich Sorgen um ein mögliches hohes Verkehrsaufkommen, welches ein neues Gewerbegebiet mit sich bringen würde.