In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden von einer zivilen Polizeistreife der Verkehrspolizeidirektion Sigmaringen mehrere Beschleunigungsrennen von zwei in der Schweiz wohnhaften Fahrzeugführern festgestellt. Dies berichten das Polizeipräsidium Konstanz und die Staatsanwaltschaft Konstanz in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die Männer im Alter von 24 und 25 Jahren befuhren mit ihren hochmotorisierten Autos gegen 1.00 Uhr die A 81 in Fahrtrichtung Stuttgart. Auf Höhe der Raststätte „Hegau West“ fuhren sie laut Pressemitteilung nebeneinander, bremsten parallel ab, um ihre Fahrzeuge anschließend stark zu beschleunigen. An der Anschlussstelle Geisingen verließen die beiden Autofahrer die Autobahn und fuhren auf die A 81 in Richtung Singen auf.

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Anschließend führten die beiden Männer mehrfach Rennen durch. Diese Abläufe konnten teilweise durch die Beamten im zivilen Fahrzeug beobachtet und dokumentiert werden. Als die Fahrzeuge gestoppt und kontrolliert werden sollten, flüchteten die Fahrer in unterschiedliche Richtungen. Dem Fahrer des Mercedes-Benz konnte bis Gottmadingen gefolgt und das abgestellte Auto schließlich in einer Sackgasse aufgefunden werden.

Beide Fahrzeuge wurden beschlagnahmt

Beamten der Polizeihundeführerstaffel gelang es, die zu Fuß flüchtigen Fahrzeuginsassen kurze Zeit später festzustellen und festzunehmen. Das zweite Fahrzeug, ein BMW, wurde durch die bereits verständigte Schweizer Grenzwache gegen 3 Uhr am Grenzübergang Thayngen angehalten und die Insassen festgenommen. Beide Fahrzeuge wurden zu Vorbereitung beschlagnahmt. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren droht

Seit über anderthalb Jahren gilt eine Verschärfung der Strafen für illegale Straßenrennen. Im Oktober 2017 wurde der Straftatbestand des § 315d Strafgesetzbuch (StGB) „Verbotene Kraftfahrzeugrennen“ eingeführt. Was bis dahin nur als Ordnungswidrigkeit verfolgt wurde, ist seither ein Straftatbestand und wird einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe geahndet. Höhere Strafen drohen, wenn Dritte gefährdet oder Schäden angerichtet werden.

02.03.2018, Baden-Württemberg, Engen, Straßenwärter Dirk Schönnagel hält an der Autobahn A81 am Hegaublick ein Schild mit der Aufschrift “130„ in den Händen. Vier Monate nach der Entscheidung der baden-württembergischen grün-schwarzen Landesregierung zur Einführung eines Tempolimits auf der Autobahn 81 sind die Schilder aufgestellt worden. Auf der Strecke zwischen Engen und Geisingen gilt ab sofort Tempo 130. Ziel ist es, illegale Autorennen zu verhindern. (zu dpa: “Umstrittenes Tempolimit auf A 81 tritt in Kraft„ vom 07.03.2018) Foto: Patrick Seeger/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Auf Teilen der A81 im Hegau herrscht ein Tempolimit von 130 Km/h. | Bild: Patrick Seeger

Auf Teilen der Strecke der A81 gilt seit geraumer Zeit Tempo 130. Die Geschwindigkeitsbeschränkung hatte das Landesumweltministerium durchgesetzt, nachdem es auf den Abschnitten immer wieder zu illegalen Autorennen gekommen war.