Einige Augenblicke herrschte nach dem Schlusschor "Ehre sei dir, Christe" noch Totenstille in der St. Gallus Kirche in Bietingen. Als dann Dirigent Johannes Graumann seine Arme sinken ließ, setzte ein nicht enden wollender Applaus ein. Die Zuhörer in der gut besetzten Kirche waren von der Aufführung der Matthäus-Passion durch das Hegau-Vokal-Ensemble begeistert.

Das 12-köpfige Ensemble besteht aus Kirchenmusikern und Musikbegeisterten aus dem Hegau, die sich unter Leitung von Johannes Graumann zusammengetan haben, um anspruchsvolle geistliche Chormusik zu singen.

Reines A-cappella-Werk

Und die Matthäus-Passion von Heinrich Schütz von 1666 ist anspruchsvoll. Der deutsche Komponist vertonte die Leidensgeschichte Christi nach den Evangelisten Lukas und Johannes. Seine drei reinen A-cappella-Passionen gelten als handwerklich anspruchsvoll komponiert und ausdrucksstark.

Das Hegau-Vokal-Ensemble hatte sich für die Aufführung durch zwei Solisten verstärkt. Die Rolle des Evangelisten sang der Tenor Uwe Schweizer aus Donaueschingen und die des Jesu der Bass Rolf Schlossmann aus Engen. Sie bewältigten ihre langen Gesangsparts hervorragend.

Ergreifende Solo-Passagen

Schweizer gab als Evangelist das Geschehen wieder, Schlossmann sang mit seinem Bass stimmungsvoll Jesus. Ergreifend die Todesschreie von Jesus am Kreuz. Die weiteren Rollen wie Judas, Petrus, Kaiphas, Pilatus übernahmen Mitglieder des Vokal-Ensembles mit ihren sicheren Stimmen.

Zwischen den Soloparts sang das Ensemble, das mehrstimmig Forderungen und Antworten der Juden, Knechte, Jünger Jesu, Hohenpriester, Schriftgelehrten wiedergab. Die schönen Stimmen, die sicheren Wechsel zwischen Solisten und Chor und die deutliche Aussprache machten die Aufführung zu einem besonderen Erlebnis.

"Es war bewegend und gefühlvoll", meinte die Zuhörerin Michaela Ruh vom Kirchenchor Riedheim nach dem Konzert, und dessen Dirigentin Petra Haitz ergänzte: "Ein Ohrenschmaus".