Die Freiwillige Feuerwehr (FF) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) haben eines gemeinsam: Meldet die Leitstelle Alarm, rücken die Mitglieder zum Einsatz aus. Sei es um einen Brand zu löschen oder Erste Hilfe zu leisten. Tim Bittlingmaier und Steven Ley aus Gottmadingen wissen in beiden Situationen, was zu tun ist, jeder von ihnen ist Mitglied sowohl im DRK-Ortsverband als auch bei der FF Gottmadingen.

Kennengelernt haben sich die heute 22-Jährigen im Jugendrotkreuz. Für Tim Bittlingmaier war das eher ein Ersatz, als Siebenjähriger interessierte er sich mehr für die Feuerwehr. "Beim DRK bin ich nur gelandet, weil es keine Jugendfeuerwehr in Gottmadingen gab", erzählt er.

Spaß an der Ausbildung

Für Steven Ley passte das schon damals, er war auch in der Schule Sanitäter. Die Ausbildung machte beiden Spaß, die Nachmittage, Wochenenden und Ferienzeiten sahen sie auch als Schüler nicht als geopferte Freizeit. Tim Bittlingmaier: "Man ist mit Freunden zusammen, hat etwas Sinnvolles gelernt und getan und auch für sich selber etwas mitgenommen."

Um als Sanitäter in den Einsatz gehen zu können, entschieden sie sich aus den Einsatzmöglichkeiten beim DRK für die Notfallversorgung und absolvierten nach der Helfergrundausbildung zusätzlich eine Sanitätsausbildung. Sie lernten das medizinische Equipment einzusetzen, Symptome zu erkennen und zuzuordnen und professionelle Erstversorgung zu leisten.

Der eine begeistert den anderen auch für die Feuerwehr

Rund zehn Jahre musste Tim Bittlingmaier warten, um dann endlich in die Feuerwehr eintreten zu können. Das Interesse war auch bei Steven Ley geweckt, als 17-Jähriger trat auch er ein. Damit begann für sie als DRK'ler die Ausbildung bei der FF Gottmadingen. Heute sind beide Atemschutzgeräteträger und Sprechfunker und absolvierten die Aufbauausbildung zum Truppführer.

Als Teilnehmer bei Wettkämpfen haben sie alle Leistungsabzeichen geholt, was nicht ohne Einsatz gelang: Bei den Proben vor dem Kreisfeuerwehrtag sei es zwei Monate lang schon zur Sache gegangen.

In einem Einsatz sind sie entweder nur Feuerwehrmann oder nur Ersthelfer

Tim Bittlingmaier und Steven Ley sind die einzigen, die in zwei Gottmadinger Hilfsorganisationen gleichzeitig engagiert sind. Je nach Order der Leitstelle in Radolfzell, die Notrufe entgegennimmt, die Einsatzkräfte koordiniert und anfordert, bedeutet das, als Feuerwehrmann im Einsatz für das DRK zu sein, oder als Sanitäter einen Brand zu löschen. "Da muss man rigoros trennen", sagt Tim Bittlingmaier, "wenn wir als DRK'ler unterwegs sind, dann zählt nur das."

Umgekehrt gelte das genauso. Wenn bei einem Brandeinsatz alle Personen versorgt sind, seien sie Zuschauer. Aber mit anderer Sichtweise auf das Geschehen, da sie die Situation der Feuerwehrleute kennen und die Vorgänge nachvollziehen können.

Einsatz beim Großbrand in Horn

Ihr jüngster Einsatz als DRK'ler war bei einem Großbrand in Horn, wo ein Hofgut abbrannte. Der regionale Rettungsdienst war schon vor Ort, ihre Aufgabe war es, die Feuerwehr abzusichern und 30 Bewohner und Feriengäste zu betreuen.

Ganz anderer Art sind die Anforderungen bei einem Brandeinsatz, wo sie als Feuerwehrmänner im Einsatz sind. Das fordert auch körperlichen Einsatz. "Mit Schlauchmaterial, Atemgerät mit Pressluftbehälter und diversen Werkzeugen zur Rettung von Menschen sind das gut 30 Kilogramm, die man trägt", gibt Steven Ley eine Vorstellung.

Dazu sei die Sicht durch Rauch eingeschränkt und bei Hitze komme man in den Schutzanzügen ins Schwitzen. Große Brände wie zum Beispiel ein Hausbrand in Gailingen kämen zum Glück nicht so häufig vor.

Mulmiges Gefühl bei Unfalleinsätzen

Vor einem Brandeinsatz wisse man nie, was auf einen zukommt. "Aber man wird mit der Zeit ruhiger, weil Routine in den Arbeitsablauf kommt", sag Tim Bittlingmaier. Ein mulmiges Gefühl sei es jedes Mal, wenn sie zu einem Unfall beordert werden.

Nach vielen gemeinsamen Jahren im DRK und bei der Feuerwehr finde ein Wissensaustausch untereinander statt. Ihren Einsatz in zwei Hilfsorganisationen schreiben sie schon ihrem Helfertrieb zu. Es mache ihnen Freude, sich für die Gesellschaft einzubringen und Menschen zu helfen.

Tim Bittlingmaier und Steven Ley sind von Beruf Systemadministrator in der IT-Branche, ihren Einsatz beim DRK und der Feuerwehr bezeichnen sie als zeitfüllendes Hobby. Dabei möchte Ley es nicht belassen, er will umsatteln und eine dreijährige Berufsausbildung zum Notfallsanitäter machen.