Der erste spannende Abschnitt beim Bau der neuen Eisenbahnbrücke über die Hilzinger Straße geht langsam zu Ende. Am Mittwoch wurde die Behelfsbrücke geliefert. Schon ab Sonntag sollen die Züge auf der Strecke wieder rollen.

Gerhard Löffler-Firle schaut jeden Tag mehrmals an der Baustelle vorbei, die Kamera ist immer dabei. „Ich wohne in der Hebelstraße, habe dort auch meine Praxis“, sagt er. Hotelgutscheine hat er nicht bekommen. Dafür ist sein Haus zu weit entfernt von der Baustelle. Eine Hotelübernachtung sei aber auch nicht nötig gewesen. „Der Lärm war nicht so schlimm wie befürchtet. Ich habe nachts ganz gut geschlafen“, so Löffler-Firle. Man könne ja die Rollläden runterlassen und die Fenster schließen. Von den Arbeiten auf der Baustelle ist er sichtlich fasziniert. „Heute war ich schon um 6 Uhr da, als der Kran mit den Brückenteilen kam“.

Gebhard Rebholz wohnt in der Burgstraße 4, hat also einen Logenplatz als Zuschauer direkt an der Baustelle. „Wir hätten ins Hotel gehen können, doch das Schauspiel wollten wir uns nicht entgehen lassen. Seit 30 Jahren warten wir drauf, dass eine neue Brücke kommt, so Rebholz. „Solche Maschinen sieht man ganz selten.“ Deshalb bleibt der Fernseher bei Familie Rebholz derzeit aus: „Wir haben ja das Kino vor dem Haus“, sagt Rebholz, der auch schon mal nachts schaut, was gerade auf der Baustelle läuft. Während des Abladens der vier Brückenteile steht Matthias Oettel am Bahndamm und filmt die ganze Aktion für die Firma Implenia Regiobau mit Hauptsitz in Freiburg mit einer Drohne. Fast 60 Tonnen wiegt jedes der vier Brückenteile, die jeweils eine Länge von 31 Metern haben. Der Schwertransport kam schon am Dienstag in Gottmadingen an und sorgte für einen langen Stau, wusste Dimitri Beier von der Abteilung Bauüberwachung der Deutschen Bahn. Die Brücke sei eine recht einfache Konstruktion, die gut zusammenzubauen ist. „In drei Stunden waren alle vier Teile an ihrer Position“, so Dimitri Beier. Auch das Wetter hat in der Zeit der Streckensperrung während der Pfingstferien sehr gut mitgespielt. „Damit die Anwohner möglichst wenig Lärm abbekommen, haben wir versucht, die besonders lauten Arbeiten während des Tages durchzuführen“, sagt Beier. „Wir sind zuversichtlich, dass der Schienenverkehr am Sonntag wieder normal läuft“. Auch Bürgermeister Michael Klinger schaute am Mittwoch mal vorbei. „Ich bin erstaunt, mit welcher Geschwindigkeit hier was gebaut wird. Das ist beachtlich!“ Während die Arbeiter mit der Behelfsbrücke beschäftigt sind, sind andere, beispielsweise von der Firma Schleith, schon an den Vorarbeiten für die echte neue Brücke. Diese wird dann während einer viertägigen Streckensperrung im Oktober 2018 eingeschoben. Im Anschluss an den Brückenneubau finden weitere Straßen- und Tiefbauarbeiten an der Hilzinger Straße statt.

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