Die Feuerwehrjacken reichten ihnen bis an die Knöchel, die Ärmel standen seitlich ab und mit Helm auf dem Kopf bewegten sie sich watschelnd vorwärts. „Wie Pinguine“, musste auch Kommandant Stefan Kienzler über die Jungs schmunzeln, die sich in die Montur der Feuerwehrleute gewagt hatten.

Im Ferienprogramm der Freiwilligen Feuerwehr Gottmadingen gingen zwölf Kinder auf Tuchfühlung und bewiesen Wissen und Mut.

Löschen und Feuerwehrauto fahren

Wie man einen Notruf absetzt, wussten alle. Nun konnten sie mitverfolgen, wo dieser entgegengenommen wird und was dann passiert. Ihr Notruf war mit der Leitstelle in Radolfzell abgesprochen. Die erste Frage war: „Habt ihr keine Handys?“ Kienzler erklärte den Kindern, dass Funk mehr Abhörsicherheit biete und ein Handy auch mal ausfallen könne.

Bei einem Löschangriff konnten die Kinder einen Schlauch in die Hand nehmen und den Sprühstrahl einstellen, mit der Drehleiter rund 20 Meter in die Höhe aufsteigen und zum Schluss im Feuerwehrauto eine Runde im Gewerbegebiet drehen.

Jugendfeuerwehr in Planung

Die Freiwillige Feuerwehr zählt mit vier Abteilungen gesamt 130 Aktive und rückt im Jahr zu rund 80 Einsätzen aus. Aber eine Jugendfeuerwehr gab es bisher nicht. „Wir hatten nie Bedarf“, erklärt Kienzler. Nachwuchs habe man durch die Vorstellung der Arbeit und über eine Art Brandschutzerziehung in Schulen gewinnen können. Da aber immer mehr Anfragen kamen, sei eine Jugendfeuerwehr in Planung.

Kienzler ist sich bewusst, dass dies eine arbeitsintensive Aufgabe ist, die neben den Einsätzen und vielen Übungen her bewältigt werden muss. Es gehe bei der Jugendarbeit ja neben dem Fachlichen auch um soziales Verhalten, Verlässlichkeit und Kameradschaft.

„Gut, dass es die Feuerwehr gibt“

Seine 13-jährige Tochter Teresa wird zu den ersten Anwärtern in der Jugendfeuerwehr gehören. Schon als Kind wollte sie zur Feuerwehr und war schon bei vielen Veranstaltungen dabei. „Es ist gut, dass es die Feuerwehr gibt“, sagt Teresa. Es sei schön, wenn man helfen könne.