Nachdem Martin Rauwolf als Flüchtlingsbeauftragter Gottmadingens einen Zwischenstand zur aktuellen Situation gegeben hat, gibt es erstmal Beifall. Wolfgang Schroff (SPD/UL) dankt ihm nämlich für sein Engagement: „Sie sind wirklich ein großer Gewinn“, stellt er als Helfer fest. Denn Rauwolf helfe sowohl Flüchtlingen als auch den ehrenamtlichen Helfern. Aktuell sind 231 Flüchtlinge in Gottmadingen gemeldet, wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung klar wurde. Davon stammen 191 aus Syrien, gefolgt vom Irak (13) und Indien (zehn).

Viele Flüchtlinge wohnen bereits in eigenen Wohnungen

Dabei erstaunte besonders die Feststellung, dass viele von ihnen privat eine Wohnung gefunden haben: Bei 42 Wohnungen brauchte es die Gemeinde weder als Vermieter noch als Vermittler. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, befand Bürgermeister Michael Klinger. Zum Oktober hatte Gottmadingen mit 203 Flüchtlingen zehn mehr als laut Gemeindequote vorgesehen, der aktuelle Stand werde derzeit ausgewertet. Doch es sei auch klar, dass das Thema weiter beschäftigen werde. Zumal die meisten Flüchtlinge eine Aufenthaltserlaubnis haben und somit voraussichtlich noch viele Jahre in Deutschland und Gottmadingen leben werden.

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Die meisten kamen 2016 oder 2017 und haben inzwischen Arbeit gefunden

„Viele der Familien kennen mich vom ersten Tag an“, sagt Rauwolf. Von den aktuell 231 gemeldeten Flüchtlingen sind 60 Prozent in den Jahren 2016 und 2017 zugezogen. Vorher hätten sie in Landeserstaufnahme-Einrichtungen gewohnt, erklärt Rauwolf. Heute leben die meisten mit ihren Familien, denn nur 22 kamen als Einzelpersonen und 209 im Familienverbund, im Kernort Gottmadingen. Und die meisten von ihnen gehen auch arbeiten, wie Rauwolf auf Nachfrage von Bernd Schöffling (CDU) erklärte. Allerdings sei das schwer zu erfassen und nicht jeder habe eine Ausbildung absolviert und/oder sei gerade dabei. Einige pendeln beispielsweise nach Konstanz, um im Konzil zu arbeiten. Bei der Arbeitssuche würden besonders persönliche Kontakte helfen.

Viele helfen ehrenamtlich bei der Integration

Im Alltag seien auch die Vereine eine große Stütze: „Das sind die stillen Arbeiter im Hintergrund, die wahnsinnig viel zur Integration beitragen.“ Allein im Fußballverein wisse er von 30 Flüchtlingskindern. Piratheepa Thileepan (FW) appellierte, dabei auch an die Eltern zu denken, denn die hätten eine Vorbildfunktion für ihre Kinder und seien ein Knackpunkt für die Integration. Allgemein hätte sie sich aber, als ihre Familie einst nach Deutschland einwanderte, ein ähnlich tolles Angebot gewünscht. Laut Martin Rauwolf gibt es diverse Projekte wie Schulungsreihen.

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