„Eigentlich habe ich ein Buch zum Titel geschrieben“, schmunzelt Julia Holbe. Mit 14 Jahren hatte sie erstmals die Geschichte der Filmlegende Alfred Hitchcock zu hören bekommen, die zur Inspiration für ihr Buch wurde: Ein Drehbuchautor hatte immer gerade nachts die besten Ideen, konnte sich jedoch an nächsten Morgen an nichts mehr erinnern.

Daher kam ihm der Einfall, Papier und Stift neben seinem Bett parat zu haben. Als ihm eine gute Idee kam, notierte er sie sofort darauf. Morgens wachte er schließlich zufrieden auf und schaute sich seinen Aufschrieb an. Das Einzige was jedoch auf dem Block zu finden war, war ‚Boy meets girl‘, also Junge trifft Mädchen.

Junge Liebe im fortgeschrittenen Alter

Holbe faszinierte die Anekdote so stark, dass die Idee zum Romantitel geboren war. „Das kann der Anfang von allem sein“, erklärt sie begeistert dem Büsinger Publikum. In ihrer Geschichte ist es die 50-jährige Nora, deren Leben durch eine kurze Begegnung vollkommen verändert wird.

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Die Ehe der erfolgreichen Paartherapeutin steht gerade vor dem Ende. Genau in dieser schwierigen Lage lernt sie den wesentlich jüngeren Englischlehrer Gregory kennen. Sie merkt auf einmal, dass das Leben für sie doch noch einiges bereithält. Doch kurz trifft sie auch noch auf Yann, einen Freund aus alten Tagen. Die Situation wird dadurch plötzlich viel komplizierter. Mit einem Lachen wirft die gebürtige Luxemburgerin Holbe ein: „Lebenskrisen sind mein Lieblingsthema.“

Zur Autorin

Sie selbst arbeitete 20 Jahre lang als Lektorin für internationale Literatur im S. Fischer Verlag. Erst kurz vor ihrem 50. Geburtstag kam das Bedürfnis nach Veränderung. Sie schrieb ihren ersten Roman „Unsere glücklichen Tage“, landete damit auf Anhieb einen Bestseller.

Mir selber war gar nicht bewusst, dass ich immer schreiben wollte, meinem Umfeld aber scheinbar schon“, schildert sie die Resonanzen zu ihrem Berufswechsel. Die Entscheidung bereut sie nicht. Ihr zweites Werk ist nun vor drei Wochen erschienen. In der aktuellen Erzählzeit ohne Grenzen hat sié in der Alten Rheinmühle erstmalig daraus vorgelesen.