Die Hitze des Tages war vorbei, der Himmel bedeckt, die Blitze zuckten vorerst nur in der Ferne, als pünktlich um 20 Uhr das Licht in der Bergkirche Büsingen aus, das Spotlicht an ging und den Ort neben der Kanzel vor dem Bogen zum Chor beleuchtete. Dort stand vor den voll besetzten Kirchenbänken Michael Psczolla, Präsident des Vereins Kammermusiktage, und bedankte sich bei allen Konzertbesuchern: Ohne das Publikum können die Kammermusiktage nicht stattfinden. Er sprach für ihre Treue und Unterstützung seine Anerkennung aus. Das treue Publikum gebe dem kleinen, aber feinen Festival ein verlässliches Fundament.

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Der erste Konzertabend gehörte dem Quiroga Quartett aus Madrid mit Aitor Hevia (Violine), Cibran Sierra (2. Violine), Josep Puchades (Viola) und Helena Poggio (Violoncello). Die Musikerin und die Musiker konzertierten bereits in den großen Sälen und Festivals in Europa und Amerika. Wer da war, erlebte ein begeisterndes Konzert: Beifall, Getrommel auf den Kirchenbänken und Rufe gab das Publikum am Ende.

Geigen klingen wie Dudelsäcke

Besonders beeindruckte die Interpretation des Streichquartetts Nr. 1 des Argentiniers Alberto Ginastera: Das Quiroga-Quartett erzeugte durch technisch virtuoses Spiel eine atemberaubende Atmosphäre in der kleinen Büsinger Bergkirche, die das Publikum begeisterte. Hinreißend auch die ungewöhnliche Zugabe, in der die Geigen wie Dudelsäcke klangen. Nach der Kunstmusik von Haydn, Brahms und Ginastera spielte das Quartett zudem noch Volksmusik aus Galizien – einem Landstrich, der ganz im Norden Spaniens liegt.

Beifall am Eröffnungskonzert für das Quiroga-Quartett aus Madrid.
Beifall am Eröffnungskonzert für das Quiroga-Quartett aus Madrid. | Bild: Wolfgang Schreiber

Am Samstag und Sonntag traten weitere Koryphäen ihres Fachs auf. Zum Abschluss hörten die Konzertbesucher das Streichoktett von Felix Mendelssohn. Christian Poltéra, seit zehn Jahren künstlerischer Leiter des Festivals, meinte: „Ich kenne kein Kammermusikwerk, welches mehr Lebensfreude und positive Energie versprüht, somit passte es zur diesjährigen Jubiläumsausgabe.“

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