Lange Zeit war ungewiss ob und wie der traditionelle Gailinger Töpfermarkt in diesem Jahr stattfinden wird. Noch im August fehlte Veranstalter Stephan Lobensteiner und seinem Team ein klares Ja oder Nein.

Doch nach dem Erstellen eines Hygiene-Konzepts und mit der Unterstützung der Gemeinde Gailingen durften Keramiker aus ganz Süddeutschland ihre Handwerke nun auf dem Markt am Rheinufer ausstellen.

Einbahnstraßensystem auf dem Gelände

Ein Zaun umgrenzte die Fläche des Kunstmarkts. Nur bis zu rund 300 Personen durften eintreten, um ausreichend freien Platz zu gewährleisten. Die Laufwege wurden durch ein Einbahnstraßensystem vorgegeben.

Ein Einbahnstraßensystem gibt die Laufwege auf dem Töpfermarkt in Gailingen vor.
Ein Einbahnstraßensystem gibt die Laufwege auf dem Töpfermarkt in Gailingen vor. | Bild: Anina Kemmerling

„Abstände sind entscheidend“, sagt Veranstalter Lobensteiner. Deshalb wurden auch die sonst üblichen Keramik-Vorführungen gestrichen, da sich dort Menschenmassen bilden könnten. Auch ein Kinderprogramm gab es in diesem Jahr nicht.

Besucher halten sich an die Vorsichtsmaßnahmen

„Wir sind positiv überrascht davon, wie gut sich Besucher an die Vorschriften halten“, so Leopold Haberl, Mitarbeiter des Markt-Sicherheitspersonals. Die Abstände wurden so gut es ging eingehalten. Viele Gailinger trugen sogar einen Mundschutz, obwohl auf dem Gelände keine Maskenpflicht herrschte.

Eine weitere Anpassung war der Eintrittspreis in Höhe von zwei Euro. Unter normalen Umständen wäre der Markteintritt kostenlos gewesen. „Ein Eintrittspreis ist in diesem Jahr jedoch unumgänglich“, erklärte Lobensteiner. Nur so sei der Infektionsschutz und das dafür zusätzlich benötigte Personal finanzierbar.

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„Vielen ist nicht bewusst, wie wichtig solche Märkte für Kunsthändler sind“, so der Veranstalter. Etwa 80 bis 100 Prozent der Gesamteinnahmen verdienen die Händler auf Handwerksmärkten. Fallen diese weg, seien Existenzen bedroht.

Das habe zunächst auch Politikern klargemacht werden müssen, sagt Lobensteiner: „Es war ein zäher Kampf. Sie haben uns mit Volksfesten gleichgestellt.“ Dabei sei die Marktfläche viel eher mit einzelnen, nebeneinander stehenden Geschäften vergleichbar.

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