Das Weingut LCK von Lorenz & Corina Keller aus der Klettgaugemeinde Erzingen hat beim Grauburgunder Symposium am Kaiserstuhl und beim Müller Thurgau Preis am Bodensee jeweils den ersten Platz belegt. Zur Beurteilung kamen dabei auch Weine von Lagen in Gailingen am Hochrhein. Doch der Reihe nach.

91 Punkte von der Jury

Der Grauburgunder Preis wird seit 2007 von der Kaiserstühler Weinwirtschaft und dem Badischen Weinbauverband international ausgeschrieben. In vier Kategorien nahmen 400 Weine teil, wobei 386 aus Deutschland kamen. In der Kategorie 1 wurden 94 fruchtige Grauburgunder, trocken ausgebaut, mit klarer Sortentypizität ohne Holzfass- oder Barriqueausbau verglichen.

Eine Jury aus Weinsachverständigen beurteilte die Weine in einer Blindverkostung nach Farbe, Geruch und Geschmack und bewertete sie nach dem 100-Punkte-System. Das Schloss Rheinburg und das Pfälzer Weingut „Gut von Beiden“ erreichten jeweils mit 91 Punkten die höchste Bewertung und teilten sich den ersten Rang.

Erster Gailinger Jahrgang

Lorenz Keller reichte für diesen Wettbewerb seinen ersten Gailinger Jahrgang ein. „Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung dafür, dass es der richtige Schritt war, Schloss Rheinburg zu übernehmen“, sagte Keller. Seine Reblagen in Gailingen und im Klettgau sind sehr unterschiedlich, wodurch sich die Weine gegenseitig ergänzen. Die Erzinger Lehmböden bringen opulente Weine, während auf dem Muschelkalk und den wasserdurchlässigen Kiesböden in Gailingen leichte Weine wachsen, die im Gegensatz zu den schweren „Alkoholbomben“ mittlerweile sehr gefragt sind.

Aus der Hand der Badischen Weinkönigin Katrin Lang nahm Julian Moser die Auszeichnung in Eichstetten entgegen. Seit Januar ist der 28-jährige Önologe bei Lorenz Keller als Außenbereichsleiter für Schloss Rheinburg angestellt. Moser hat auf der Insel Reichenau ein kleines Bio-Weingut und gründete für die gemeinsame Vermarktung mit Keller die Firma Schloss Rheinburg Keller & Moser GmbH.

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Und auch mit einer anderen Rebsorte war Lorenz Keller erfolgreich. Nachdem er bereits vor zwei Jahren den ersten Platz beim Internationalen Müller-Thurgau-Preis gewann, konnte er sich auch in diesem Jahr mit dem 2020er Erzinger Müller-Thurgau Alltagswein in der Kategorie „Trocken mit weniger als 12 Prozent Alkohol“ ganz vorn platzieren. In fünf Kategorien wurden 138 Weine eingestellt, wovon 88 aus dem Weinanbaugebiet Baden und davon 18 vom Bodensee kamen.

Veranstalter war in diesem Fall der Verein Bodensee Wein, in dem sich deutsche Bodenseewinzer zusammengeschlossen haben, die insbesondere die Rebsorte Müller-Thurgau als regionale Spezialität pflegen. Lorenz Keller erklärte, dass die Zeit der fetten Weine vorbei sei und die Zukunft den lockeren fruchtigen Weinen gehöre, die am Rebberg von Schloss Rheinburg optimale Bedingungen vorfinden.