Trockenheit, höhere Temperaturen und in deren Folge Baum-Krankheiten und Borkenkäfer, dazu auch noch viel Bruchholz durch Sturmschäden machen Waldbesitzern die ökonomische Bewirtschaftung seit Jahren immer schwerer. Jetzt scheint allerdings ein Punkt erreicht, wo es um mehr als ein kleines jährliches Minus geht.

In der Sitzung des Gailinger Gemeinderats, an der auch der neue Leiter des Kreisforstamts, Walter Jäger, teilnahm, korrigierte Revierleiter Peter Baumann das bisher für 2020 prognostizierte kleine positive Ergebnis von 4000 Euro nach unten: Rund 50.000 Euro wird die Gemeinde drauflegen müssen, um ihr Käferholz und das viele Sturmholz, das beim Sturm „Sabine“ anfiel, mehr oder minder vollständig aufarbeiten und wegführen zu lassen.

Hoher Aufwand für sichere Waldwege

Wirtschaftlich ist das nicht unbedingt sinnvoll. Würde man alles trockene Holz stehen lassen, von dem kein Käferbefallsrisiko für die benachbarten Bäume mehr ausgeht, könnte man nach den Ausführungen von Baumann zumindest 7000 Euro einsparen.

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Aber in der Hochrheingemeinde stehen mit ihren beiden dort angesiedelten großen Reha-Einrichtungen Kliniken Schmieder und Hegau-Bodensee-Jugendwerk andere Aspekte im Vordergrund: Der Wald hat einen hohen Stellenwert für die Erholung. Entsprechend wichtig ist die Verkehrssicherheit für Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer. Hier wollen weder der Rat noch die Gemeindeverwaltung ein Risiko eingehen.

Holzpreise sind stark gesunken

„Wir haben eine ganz miserable Preissituation, die uns das Leben schwer macht“, führte Jäger aus. Die Holzpreise seien im Kreis Konstanz, der zu weit von den großen Sägewerken entfernt liege, dazu nochmal ein Stück schlechter.

Der Fichtenanteil betrage am Gailinger Wald um die zehn Prozent. Habe man um die Jahrtausendwende 90 Euro für Premium–Fichtenholz erzielt, sei der Preis im Mai 2020 bei gut sechzig Euro pro Festmeter gelegen, für das Käferholz im Kreis bei etwas über 20 Euro. Bei der Aufarbeitung des Käferholzes lege man aktuell 15 Euro drauf, so Baumann.

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