Mit dem Spatenstich für die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage (Ara) des Abwasserzweckverbandes der Region Diessenhofen ist der Startschuss für ein weiteres grenzüberschreitendes Projekt der Gemeinde Gailingen und ihrer Schweizer Nachbarstadt Diessenhofen gefallen.

Mit großen Baumaßnahmen wird die Ara in den nächsten Jahren auf einen zukunftsfähigen Stand gebracht. Ab 2024 wird Gailingen mit einer Druckleitung, einer sogenannte Dükerleitung, den Rhein unterqueren und sein Abwasser zur Klärung und Aufbereitung in den Thurgau leiten.

Weniger Hürden als erwartet

Eigentlich hatten die Rathaus-Chefs Markus Birk in Diessenhofen und Thomas Auer in Gailingen erwartet, dass zur Realisierung dieses Projekts ein Staatsvertrag nötig sein würde. Das hat sich allerdings nicht bewahrheitet.

„Es lief alles ganz unbürokratisch,“ so Birk. Tatsächlich genüge es, wenn Gailingen dem Zweckverband offiziell beitrete. Dem Zweckverband gehören bislang die Schweizer Orte Diessenhofen, Basadingen/Schlattingen, Willsdorf und der Rheinklingener Ortsteil Wagenhausen an.

Wie sich die Kosten zusammensetzen

Markus Birk geht aktuell von einem Investitionsvolumen von 8,6 Millionen Franken für den Kläranlagen-Ausbau aus. Gailingen beteiligt sich an der Baumaßnahme entsprechend der 5700 Einwohnergleichwerte, die es mitbringt. Dieser Wert gilt als Referenz für die zu behandelnde Schmutzfacht.

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3,2 Millionen Franken muss Gailingen zahlen. Dazu kommen weitere 1,3 Millionen Franken für die Dükerleitung und Umbaumaßnahmen in der deutschen Anlage.

Kosten sparen durch Zusammenarbeit

Die Gesamtkosten wirken auf den ersten Blick hoch. Ein gemeinsamer Ausbau ist aber kostengünstiger und auch zukunftsfähiger, als wenn die zukünftigen Partner selbst an die Sanierung ihrer jeweiligen Anlagen gehen würden.

Und diese beiden müssten auf jeden Fall in den nächsten Jahren vergrößert und optimiert werden. Für die Sanierung beider Kläranlagen fielen zusammengerechnet 13 Millionen Franken an, so die Kostenrechnung.

Was in den kommenden Jahren passieren soll

Die zukünftige Ara wird auf 14.000 Einwohnergleichwerte ausgelegt – so das endgültige Ausbauziel. Begonnen wird jetzt mit dem Neubau der Belebungs- und Nachklärbecken. Ab September 2023 werden dann die Sandfänge neu gebaut genauso wie die Vorklärbecken.

Parallel dazu werde 2024 die Dükerleitung verlegt, so Fredy Danner, Projektverantwortlicher beim Planungsbüro Hunziger Betatech AG. Während der Bauphase muss der laufende Klärbetrieb voll aufrechterhalten werden. Eine Herausforderung, die Klärmeister Peter Berg aber nicht schreckt. „Mit diesem Planungsteam ist das machbar“, ist er überzeugt.