Mit den voraussichtlichen zukünftigen Partnern im Abwasserzweckverband Region Diessenhofen müssen noch einige Details diskutiert und verhandelt werden.

Aber prinzipiell haben die Gemeinderäte von Gailingen Ja zu einem großangelegten, grenzüberschreitenden Projekt gesagt, das der Hochrheingemeinde eine effiziente Abwasserbeseitigung für lange Jahre garantieren soll: Einstimmig entschied sich das Kommunalparlament unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der notwendigen finanziellen Mittel dafür, einen Beitritt Gailingens zum Abwasserzweckverband Region Diessenhofen und den damit verbundenen Neubau einer gemeinsamen, zukunftsfähigen Kläranlage an dem bisherigen Standort der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Diessenhofen voranzutreiben. Eine Info-Veranstaltung für die Bürgerschaft gab es vor einigen Wochen.

Schweizer müssen noch entscheiden

Auf Schweizer Seite ist man noch nicht ganz so weit: Das Angebot des Abwasserzweckverbandes und die Grobplanung stehen zwar bereits. Ob es tatsächlich zur Umsetzung des grenzüberschreitenden Projekts kommen könnte, müssen dort erst noch die Bürger der Mitgliedsgemeinden des Zweckverbands entscheiden. Diesem gehören neben der Stadtgemeinde Diessenhofen die Nachbarorte Basadingen/Schlattingen, Willsdorf und der Rheinklingener Ortsteil Wagenhausen an.

Ein Beitritt Gailingens wäre nach Meinung der Verantwortlichen vorteilhaft für alle Mitgliedskommunen: Der Abwasserzweckverband Diessenhofen hat eine Kläranlage, die den aktuellen kantonalen Vorgaben nicht mehr recht entspricht. In Gailingen stehen geldintensive Sanierungsarbeiten insbesondere des Betons an. Erweiterungsflächen für Umbaumaßnahmen gibt es dort nicht.

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Ob unter diesen Umständen Gailingen den zu erwartenden künftigen Verschärfungen der gesetzlichen Anforderungen für eine Betriebserlaubnis nachkommen könnte, ist fraglich. Der Neubau einer gemeinsamen modernen Anlage käme laut vorliegender Planung billiger, als wenn der Zweckverband und Gailingen jeweils für sich alleine bauen würden.

Beteiligung kostet rund 4,6 Millionen Franken

Nach der aktuellen Kostenschätzung läge Gailingens finanzielle Beteiligung an dem geplanten Neubau der Kläranlage in Diessenhofen bei 3,4 Millionen Franken. Die Druckleitung unter dem Rhein – eine sogenannte Dükerleitung, die das Abwasser vom deutschen zum Schweizer Ufer führen würde, schlüge mit 1,2 Millionen Franken zu Buche.

Mit einem Fragezeichen ist noch die voraussichtliche Gebührenentwicklung für die Gailinger Einwohner versehen. Unter Berücksichtigung der für die eigene Anlage anstehenden Sanierungen und Investitionen gehen die Berechnungen bei einem Unsicherheitsfaktor von plus/minus 20 Prozent davon aus, dass der Griff in den Geldbeutel für den Gebührenzahler ungefähr gleich tief sein wird – egal ob Gailingen sein Schmutzwasser weiterhin in Eigenregie oder als Mitglied des Abwasserzweckverbands Diessenhofen entsorgen wird.

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