Für die Kommunen im Land Baden-Württemberg ist es mittlerweile verpflichtend, eine Biotopverbundplanung in Auftrag zu geben, um den Artenschwund zu stoppen. Gailingen wird dies gemeinsam mit Gottmadingen und Büsingen jetzt in Angriff nehmen. Schlussendlich, so das Ziel der gemeinsamen Planung, sollen 15 Prozent der Offenlandfäche in der Verwaltungsgemeinschaft für einen Biotopverbund zu Verfügung stehen.

Am Ende der Planung soll die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs stehen, dessen Umsetzung gegenwärtig noch freiwillig ist. Die Planungskosten trägt zu 90 Prozent das Land. Für Gailingen bedeutet dies, dass ein finanzieller Aufwand in Höhe von nur rund 2000 Euro zu erwarten sei.

Bürgermeister Thomas Auer will – wie er jetzt erläutert hat – den Planungsprozess bereits frühzeitig mit einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung begleiten, denn die Einführung eines Schutzstatus ist bei Grundeigentümern nicht gern gesehen. „Das muss alles ganz transparent vor sich gehen“ betonte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ratsherr Ingbert Sienel brachte die zu erwartenden Befürchtungen gleich auf den Punkt. Er sei Eigentümer eines Grundstücks, das unter Naturschutz gestellt worden sei. Über dieses Grundstück könne er nur noch äußerst eingeschränkt verfügen. Er erwarte Ähnliches als Konsequenz der Biotopverbund-Planung. Tilo Herbster und Sven Gebhart vom Landschaftserhaltungsverband Konstanz machten Sienel darauf aufmerksam, dass die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs maßgeblich über freiwillige Maßnahmen erfolgen solle. Hierfür gebe es insbesondere auch für die Landwirtschaft entsprechende Fördertöpfe. Man wolle auch darauf schauen, vorwiegend mit öffentlichen Eigentum zu planen.