Gailingen Viel Ehr zum Abschied für Gailingens scheidenden Rathauschef Heinz Brennenstuhl

Bürgermeister geht in den Ruhestand: Würdigung bei Festakt mit 280 Gästen und Innenminister Strobl bringt am Ende gar noch die Staufer-Medaille.

Es war eine denkwürdige Verabschiedung. Mit großem Bahnhof entließ die Gemeinde Gailingen ihr langjähriges Oberhaupt Heinz Brennenstuhl in den Ruhestand. Neben der Familie des jüngst 62 Jahre alt gewordenen Bürgermeisters hatten sich 280 Wegbegleiter aus allen Bereichen des politischen und öffentlichen Lebens im Land zum dreieinhalbstündigen, vom MV Gailingen musikalisch umrahmten Festakt in der brandneu sanierten Hochrheinhalle eingefunden. 13 Redner würdigten die Lebensleistung des Kommunalpolitikers, dessen politische Heimat die CDU ist – und zu später Stunde kam als Überraschungsgast direkt vom CDU-Parteitag in Wiesloch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl – mit einer ganz hohen Auszeichnung im Gepäck. Am Ende des Abends war Brennenstuhl, der an diesem Tag mit seiner Ehefrau Antonie gerade auch den 34. Hochzeitstag feiern konnte, nicht nur Ehrenbürger seiner Gemeinde Gailingen, sondern auch der sächsischen Partnergemeinde Liebschützberg und Träger der Staufer-Medaille in Silber – der zweithöchsten Ehrung Baden-Württembergs. Nach den Würdigungen ist eines klar: Mit Brennenstuhl verlässt einer der ganz Großen die regionalpolitische Szene. Verlässlich, kompetent, sozial engagiert, bürgernah, gesellig, offen, ehrlich, direkt, weitsichtig, visionär – das sind bloß einige der Adjektive, die an diesem Abend zu seiner Charakterisierung fielen.

Es wurde vieles in Brennenstuhls Dienstjahren umgesetzt. "32 Jahre hast Du die Gemeinde geprägt", sagte der katholische Pfarrer Nikolaus Böhler. 182 Millionen Euro betrug der Gesamtumsatz aus laufender Geschäftstätigkeit und Investitionen, wie Kämmerer Dieter Rihm bilanzierte. "Sein Handeln war zum Wohle Gailingens", so der Bürgermeister-Stellvertreter Ingbert Sienel bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Manfred Werner erinnerte an das gute Übereinkommen mit den Vereinen und Landrat Frank Hämmerle hielt die positive Entwicklung Gailingens in Brennenstuhls Dienstjahren fest: "Gailingen ist heute eine Vorzeigegemeinde." Kommunalpolitik habe der scheidende Bürgermeister gemacht, indem er alle mit ins Boot geholt habe. Seit fast 30 Jahren Kreistagsmitglied, sei Brennenstuhl der ausgewiesene Fachmann für Sozialpolitik: " Du hast Dich um Gailingen, und den Landkreis verdient gemacht." so Hämmerles Fazit. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Jung bestätigte Brennenstuhl, ein Bürgermeister mit Leib und Seele gewesen zu sein. "Gailingen First" sei das Motto gewesen. Sein soziales Engagement, das er auch durch zahlreiche Ehrenämter gelebt habe, sei die rote Linie in seinem Wirken gewesen. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger hob insbesondere die erfolgreich durchgeführten nachhaltigen Projekte wie den European Energy Award hervor, für den Gailingen als einzige kleine Gemeinde im Kreis zertifiziert ist. Engens Bürgermeister Johannes Moser überbrachte den Dank des Gemeindetags und der Bürgermeister-Kollegen. Für ihn ist Brennenstuhl ein "Homo Politicus" mit hoher Sachkunde, Empathie und Leidenschaft für die kommunalpolitischen Ziele, der ein gut bestelltes Feld hinterlässt. Die Präsidenten der Schweizer Nachbargemeinden Markus Birk aus Diessenhofen und Pentti Aellig aus Dörflingen betonten die funktionierende grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Feuerwehren, der Bauhöfe, der Notwasserversorgung und der Rheinufer-Renaturierung. "Das hat mit dazu geführt, dass die Perlen am Hochrhein zu den schönsten, sichersten und liebenswertesten Gemeinden der Region gehören", so Birk.

In der Partnergemeinde Liebschützberg hat Brennenstuhl mit Verwaltung und Gemeinderat nach Mauerfall und Wiedervereinigung geholfen, die notwendigen Strukturen und Organisationen in der Gemeinde und der Gemeindeverwaltung aufzubauen. "Wir sind Gailingen unheimlich dankbar", beteuerte sein sächsischer Amtskollege David Schmidt. Er war mit seinen beiden Amtsvorgängern Andreas Kretschmar und Karl-Heinz Börtiz angereist, um seinen badischen Amtskollegen zum nunmehr zweiten Ehrenbürger von Liebschützberg zu ernennen.

 

Jetzt im Ruhestand

  • Er kam: Für Heinz Brennenstuhl und seine Frau Antonie ist Gailingen schon lange zur zur Heimat geworden.
  • Er bleibt: Die Familie Brennenstuhl bleibt Gailingen erhalten. Langweilen wird sich Brennenstuhl, der am Freitag endgültig den Chefsessel im Rathaus räumt, sicherlich nicht.
  • Er hat viel zu tun: Seine Hobbies sind Musik, Gartenarbeit, Wandern, Skilauf und ein Weidling auf dem Rhein. Er liest gerne Geschichtliches und liebt Geselligkeit. Auch wird Brennenstuhl sich weiterhin ehrenamtlich in Gailingen einbringen, so sein Versprechen. (drm)

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