Gailingen Schriftstellerin Dana Grigorcea beeindruckt Gailingen – und umgekehrt

Die Autorin Dana Grigorcea findet, dass Gailingen sich bestens für eine Lesung aus ihrem Liebesroman "Die Dame mit dem maghrebinischem Hündchen" eignet. Vor ihrem Auftritt macht die Autorin nämlich einen Spaziergang durch den Ort.

Es gibt so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Das ist der rumänisch-schweizerischen Autorin Dana Grigorcea in gewisser Weise zugestoßen. Sie sei zu früh für ihre Lesung im Liebenfelsischen Schlösschen in Gailingen gewesen, erzählte sie ihren fünfzig Zuhörern. Deswegen sei sie in dem ihr noch nicht bekannten Ort spazieren gegangen. Und inmitten von verschwenderisch blühenden Forsythien, die Berge am Blick, habe sie plötzlich gedacht: "Ich bin angekommen."

Überhaupt ist derzeit Liebe eines der großen Themen der 39-Jährigen. Liebe und Kunst. Von beiden handelt auch ihr neuestes literarisches Werk "Die Dame mit dem maghrebinischem Hündchen", aus dem sie im Rahmen der Literaturreihe "Erzählzeit ohne Grenzen" las. Nach ihrem vorletzten, 2015 erschienenen Roman "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" mit seinen vielen ironischen Brechungen, der sie im deutschsprachigen Raum als Schriftstellerin bekannt gemacht hat, habe sie ein ganz anderes Buch schreiben wollen: eine Liebesgeschichte. Ihr sei klar, dass man sich da als Autor immer an der Kante zum Kitsch bewege. Als Vorlage habe ihr – wie vielen anderen Autoren vor ihr auch – Anton Tschechows 1899 geschriebene Geschichte "Die Dame und das Hündchen" gedient. Ihre Novelle sei ganz bewusst auch als Hommage an den großen russischen Autor gedacht.

Der Balance-Akt ist der in Zürich lebenden Philologin mit rumänischen Wurzeln gelungen. Von Kitsch ist in ihrer Novelle nichts zu spüren. "Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen" erzählt von einer ungewöhnlichen Liebe in Zürich, eine Liebe über Kultur- und Standesunterschiede hinweg, aus dem Herzen einer Schickeria-Gesellschaft, die dem schönen Leben frönt. Im Mittelpunkt steht die alternde, gut verheiratete Balletttänzerin Anna. Sie trifft an der Seepromenade auf den türkischen Gärtner Gürkan. Und nichts ist mehr wie zuvor. Mit so manchem Lacher, aber auch mit einiger Anrührung folgten die Zuhörer der heiter- melancholischen Geschichte.

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