Gailingen Schaffhauser Polizei will mehr Sicherheit auf dem Rhein

Die Seepolizei Schaffhausen startet eine Infokampagne für Gummibootfahrer und bringt orange-farbene Schwimmnudeln unter die Leute. Sie sieht nämlich mit Sorge, dass es auf dem immer voller werdenden Rhein immer öfter brenzlig wird.

Im Strandbad in Stein am Rhein, wo vor zwei Jahren ein Mann ertrunken ist, stellte die Schaffhauser Polizei den Medien eine neue Präventionskampagne vor. Sie stellt sie zusammen mit dem Straßenverkehrs- und Schifffahrtsamt Schaffhausen, der Kantonspolizei Thurgau, der Polizeidirektion Konstanz und der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) auf die Beine. Der Hochrhein gilt als einer der schönsten Abschnitte des Rheinverlaufs und der Wasserverkehrsknotenpunkt Stein am Rhein ist für Schwimmer und Gummibootfahrer einer der größten Einstiegspunkte der Schweiz. Sönke Bandixen, Gemeindepräsident von Stein am Rhein, bemerkte, dass an einem Supersamstag in der Hauptsaison zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen bis zu 800 Boote auf dem Rhein unterwegs sein können.

In den letzten Jahren ist es auf dem Rhein immer voller geworden, und es kommt immer wieder zu Konflikten von Bootfahrern und Schwimmern mit Fahrgastschiffen, weil sich die Freizeitnutzer immer wieder in der Fahrrinne der Berufsschifffahrt aufhalten. Die Polizei hat von Eschenz über Gailingen bis Schaffhausen neue Tafeln mit den Regeln für Schlauchbootfahrer aufgestellt und in den Schwimmbädern 2000 orange-farbene Schwimmnudeln für Badegäste bereitgestellt. Die Schwimmnudeln sollen Badende auf dem Rhein kenntlich machen, wenn sie durch die Sonnenblendung nicht zu sehen sind.

"Wenn wir mit dieser Kampagne einen Unfall verhindern, dann haben wir gewonnen", betonte Martin Tanner, Chef der Schaffhauser Verkehrs- und Wasserpolizei, bei der Vorstellung der Aktion. Die Präventionsaktion kostet rund 15 000 Franken (rund 13700 Euro). Die Kantone Schaffhausen und Thurgau tragen sie. "Die deutsche Polizei hat für so etwas kein Geld", bemerkte Tanner.

Sönke Bandixen erklärte, dass die Problemgruppen nicht die Einheimischen seien. Viele Touristen kommen aus dem süddeutschen Raum und wollen sich einfach den Rhein heruntertreiben lassen. Remo Rey, Geschäftsführer der URh, führt das auf die Tourismusindustrie zurück: "Es gibt Reiseführer mit den schönsten Gummiboottouren." Da Ortsunkundige sich oftmals nicht bewusst sind, welche Gefahren drohen, wurden bestimmte Regeln bezüglich Sicherheit, Rücksicht, Anstand und Abstand aufgestellt, die allerdings nicht immer eingehalten werden. "Wir müssen immer wieder zum Pfaden vor den Fahrgastschiffen herfahren", bemerkte Urs Eberle, Dienstchef der Thurgauer Seepolizei.

Rey erklärte, dass viele Badende nicht wüssten, dass Kursschiffe durch den Wasserstand und den Verlauf der Fahrrinne nur geringe Ausweichmöglichkeiten haben. Martin Tanner bemerkte, dass jedes Schlauchboot mit Name und Adresse beschriftet sein muss. "Wenn ein Boot führerlos beispielsweise an einem Begrenzungszeichen hängen bleibt, wird sofort eine Suchaktion mit Wasserschutzpolizei und Tauchern ausgelöst." Wenn es sich um Fahrlässigkeit handelt, kann die Suchaktion den Verursacher teuer zu stehen kommen. Mit der vertraglich geregelten Möglichkeit von gemischten deutsch-schweizerischen Besatzungen wollen die Polizeien ihre Präsenz auf dem Hochrhein künftig noch verstärken.

Schlauchboot-Regeln

Zu den fünf der wichtigsten Regeln, die Schlauchbootfahrer beachten sollten, zählen diese hier: Schlauchboote nie zusammenbinden, Rettungswesten tragen, zugewiesene Bereiche nicht verlassen, nie vor einem Kursschiff die Seite wechseln und genügend Abstand zu Begrenzungszeichen und Brückenpfosten halten. (thg)

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