Sie sind engagiert, lösungsorientiert, diskutierfreudig und wollen auf jeden Fall umfassend informiert werden, bevor sie eine Entscheidung treffen – das zeigte sich bereits bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats direkt vor der Sommerpause: Maike Glass und Raphael Möll sind zwei der vier neuen Räte.

Angetreten sind sie für verschiedene Listenvereinigungen und Parteien: Glass für die Freien Wähler, Möll für die CDU/Unabhängige Wählergemeinschaft. Aber Übereinstimmungen gibt es bei ihnen viele. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der 25-jährige Gymnasiallehrer und die gerade 24 Jahre alt gewordene Juniorproduktmanagerin bei Schiesser seit ihrer Grundschulzeit den gleichen Freundeskreis haben und auch teilweise bei den gleichen Vereinen aktiv waren und sind.

Langfristig auf Amt vorbereitet

Beide haben sich langfristig und gründlich auf ihr kommunalpolitisches Ehrenamt vorbereitet und seit einem Jahr an den Fraktionssitzungen der Parteien teilgenommen, für die sie bei der Kommunalwahl angetreten sind. Sie sei wahnsinnig dankbar dafür, dass sie in Gailingen habe aufwachsen dürfen, sagt Glass.

„Schule, Vereine – das Umfeld hat gepasst. Und ich will dazu beitragen, dass dieses Umfeld erhalten bleibt“, erklärt die Rätin ihr kommunalpolitisches Engagement. Zudem freut sie sich, mit ihrem Mandat auch den Frauenanteil im Rat erhöht zu haben. „Dessen Zusammensetzung sollte schon die der Bevölkerung widerspiegeln, meine ich“.

Verantwortung übernehmen

Möll und Glass sind beide Vorstandsmitglieder der Vereine, in denen sie aktiv sind. Nun auch kommunalpolitisch Verantwortung im und für den Heimatort zu übernehmen, hier etwas zu bewegen, war für Möll ein wichtiger Aspekt für seine Kandidatur.

In der Gemeinde, so haben die beiden jungen Räte den Eindruck, wurde ihr Einzug ins Ortsparlament gerne gesehen. Diese Vorschusslorbeeren müsse man sich jetzt auch verdienen, so Möll: „Ich bin aber überzeugt, dass wir unseren Mann und unsere Frau gut stehen werden.“

Zu dritt für die Jugend

Parteipolitik spielt für die neuen Räte so gut wie keine Rolle. „Wir machen ja Lokalpolitik, und sehen uns als frischen Wind.“ Mit „uns“ meinen sie auch die dritte junge neue Rätin im Gremium, Roxanne Diesing auf der SÖL-Bank.

Die drei haben für den direkten Draht in kommunalpolitischen Angelegenheiten bereits eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Zu dritt sind sie auch in den Jugend-Arbeitskreis der Gemeinde eingerückt. Denn die Jugendarbeit ist eines der Themen, für die sie brennen, wie es Glass ausdrückt.

Wohnraum und Verkehrskonzept

Möll könnte sich neben einem ständigen Bürgerforum zum Meinungsaustausch auch sehr gut ein Jugendforum vorstellen. Den reaktivierten Jugendtreff dauerhaft am Leben zu halten, liegt Glass am Herzen. Wichtig ist ihr auch, die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in der Gemeinde mit voranzutreiben und gut mit dem sich in Arbeit befindlichen Verkehrskonzept voranzukommen.