Herr Gansser, wann werden denn in Gailingen die Christbäume abgefahren?

Wie in vielen Gemeinden werden sie auch in Gailingen in der Woche nach Dreikönig abgeholt.

Weshalb haben Sie diesen Termin so gut im Kopf?

Weil wir in diesem Jahr mit den Bäumen etwas vorhaben, und davon ausgehen, dass zu diesem Datum in unserer Gemeinde nicht viele Bäume abgeholt werden müssen. Die Idee dazu hab ich schon lange. Am Wochenende nach Dreikönig findet alljährlich in Diessenhofen der große Fasnachtsumzug statt. Wir Eichelklauber sind bei unseren Schweizer Nachbarn selbstverständlich seit vielen Jahren mit dabei. Das ist ja quasi ein Heimspiel für uns. Wenn ich dann auf dem Weg nach Diessenhofen im Häs durch unser Dorf laufe und die vielen ausrangierten Christbäume entlang der Straßen liegen sehen, denke ich mir jedesmal: Diesen Bäumen muss man doch eine zweite Karriere als Narrenbäumle ermöglichen! Das wollen wir zum großen Narrentag der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee am letzten Januarwochenende hier in Gailingen tun. Und wie ich unsere Gailinger und ihre Liebe zur Fasnacht kenne, machen bestimmt viele dabei mit.

Wieviele derartiger Bäumle braucht es denn, um das Narrennest richtig fasnächtlich in Szene zu setzen?

So viele wie möglich. Mehr als drei Kilometer Narrenbändel, die wir bereits Anfang Januar aufhängen, werden die Umzugswege und das Narrennest mit den Beizen und Zelten im Ortskern schmücken. Viel Wert legen wir vor allem auf die individuelle Dekoration der Häuser, der Plätze und Vorgärten. Ich denke, dass die Bürger von Gelagé, wie unsere schöne Gemeinde zur Fünften Jahreszeit traditionell heißt, hier viel Phantasie beweisen. Wer will kann für die Deko auch unsere Eichelklauber-Zunftfahne zum Selbstkostenpreis erwerben. Pünktlich zu den Narrentagen gibt es eine Neuauflage. Das Ganze soll dann durch die kleinen Narrenbäume ergänzt werden. Hier lautet die Devise: je mehr und je bunter, desto besser!

Hat die Zunft eine besondere Vorstellung davon, wie die Bäumle aussehen sollen. Gibt´s vielleicht gar so etwas wie eine Bauanleitung?

Nein, gibt es nicht. Mit einer Anleitung würden wir die Kreativität doch eher einschränken. Selbstverständlich stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn dies gewünscht wird. Im Narrenschopf schlummern hunderte Stoffbändel der alten Hallendecken-Dekoration. Die stellen wir gerne für die Narrenbäumle zur Verfügung.

Wie werden die Bäume denn dann nach dem Narrentagen entsorgt? Kümmert sich da die Zunft darum?

Bei Bedarf können sich die Leute an uns wenden. Wenn nicht zu viele Bäumle zusammenkommen, könnten diese, zusammen mit dem Butzemaa, am Fasnachtsdienstag verbrannt werden. Doch reden wir nicht schon vom Entsorgen, bevor die Bäumle überhaupt zum Leben erweckt wurden.

Sagen Sie unseren Lesern doch bitte, wie der kleine Baum bei Ganssers aussehen wird.

So viel kann ich verraten: Die Deko wird in Blau und Gelb gehalten, den Farben der Zunft. Für die Gestaltung und den individuellen Touch wird dann unsere kleine Tochter sorgen.

Fragen: Ingeborg Maier

Zur Person

Patrick Gansser ist schon seit 35 Jahren bei den Eichelklaubern aktiv. 1982 begann er als Fahnenträger. 1986 wurde er zum Narrenpolizisten gewählt. Nach seiner Wahl zum Zunftmeister im Jahr 2004, führte er kurzfristig beide Ämter aus. 2005 wechselte er dann die Narrenpolizistenuniform gegen das Zunftratshäs.