Auf der Bahnstrecke zwischen den Gailinger Nachbargemeinden Diessenhofen und Schlatt laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Damit die Züge auf der Strecke Schaffhausen-Rorschach durch eine Kreuzungsspur aneinander vorbei kommen, baut die SBB eine Doppelspurinsel mit zwei Weichen und einem neuen Stellwerk.

Die SBB hat in den Nächten zum Montag und Dienstag auf dem 1100 Meter langen Streckenabschnitt die jeweils 108 Meter langen Langschienen ausgelegt und mit Spurstangen befestigt. In den beiden darauf folgenden Nächten kam der 65 Meter lange und knapp 100 Tonnen schwere Gleisumbauzug Puma 90 des Waadtländer Gleisbauunternehmens Scheuchzer AG in den Einsatz, der die Langschienen punktuell anhob und spreizte, das Schotterbett planierte und im gleichen Arbeitsgang alle 60 Zentimeter die 260 Kilogramm schweren Betonschwellen darunter legte, auf welchen die Langschienen wieder abgelegt wurden. Die unmittelbar dahinter fahrende Maschine führte die Gleise in die Spannvorrichtungen ein, die an den Schwellen befestigt sind. Zwei Gleisbauarbeiter sorgten dann mit fahrbaren Schlagschraubern dafür, dass alles bombenfest hält.

Nachdem die Betonschwellen gelegt sind, werden die Langschienen wieder aufgelegt und von der nächsten Gleisbaumaschine in eine Spannvorrichtung geklickt. Bild: Güntert
Nachdem die Betonschwellen gelegt sind, werden die Langschienen wieder aufgelegt und von der nächsten Gleisbaumaschine in eine Spannvorrichtung geklickt. | Bild: Thomas Güntert

Letzte Woche erfolgte die Einschotterung, und derzeit werden die Gleise verschweißt. Dazu müssen die Schienen wegen den Temperaturausdehnungen auf 25 Grad Celcius erwärmt werden. Zudem wird mit dem Ausstopfen des Schotterbetts das grob gerichtete Gleis horizontal und vertikal perfekt ausgerichtet. In den letzten acht Nächten werden dann noch die Fahrleitungen, 60 Leitungsmasten und 14 neue Signale installiert, und bis Ende September wird das neue Bahntechnikgebäude in Betrieb genommen.

Während die Gleisbaumaschine Puma 90 die Langschiene anhebt, planiert sie auch das Schotterbett.
Während die Gleisbaumaschine Puma 90 die Langschiene anhebt, planiert sie auch das Schotterbett. | Bild: Thomas Güntert

Der Gesamtprojektleiter Egon Zurwerra erklärte, dass die Eisenbahnschienen bis zu 40 Jahre halten sollen und je nach Belastung mindestens alle zwei Jahre nachgeschliffen werden müssen. Die Kosten für diese Bauarbeiten belaufen sich auf rund 21 Millionen Schweizer Franken und werden aus Mitteln des Bahnausbaupaketes "Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur" des Bundes finanziert.

Alle 60 Zentimeter wird eine 260 Kilogramm schwere Betonschwelle automatisch verlegt.
Alle 60 Zentimeter wird eine 260 Kilogramm schwere Betonschwelle automatisch verlegt. | Bild: Thomas Güntert

Die Bauarbeiten sollten bis zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein. Bis Dienstag, 26. Juni, ist die Strecke Schaffhausen-Diessenhofen montags bis freitags von 21.50 Uhr bis Dienstschluss gesperrt und es verkehren Bahnersatzbusse, in denen ein Fahrradtransport allerdings nicht möglich ist. Die Reisezeit zwischen Schaffhausen und Diessenhofen verlängert sich dadurch um rund 30 Minuten. Mit dem neuen Fahrplan Ende 2018 gibt es auf der Bahnstrecke zwischen Rorschach und Schaffhausen bessere Anschlüsse an die Regional- und Fernzüge, und die Fahrzeit von Rorschach in Richtung Zürich verringert sich dann um rund eine Viertelstunde.

Zwei Gleisbauarbeiter verschrauben die Langschienen mit den Betonschwellen.
Zwei Gleisbauarbeiter verschrauben die Langschienen mit den Betonschwellen. | Bild: Thomas Güntert