Nach sechs Jahren gibt es ein Wiedersehen mit der 22-jährigen Violinistin Elina Rubio, einer ehemaligen Stipendiatin des Fördervereins 'Kammermusik am Hochrhein'. Drei Tage zuvor kam Rubio aus Amerika zurück, wo sie einen Teil ihrer Ausbildung absolvierte. In Chicago erwarb sie den 'Master of Violin', in Bloomington das 'Performance Artist Diplom'. Während ihrer Ausbildung trat Rubio als Solistin mit verschiedenen Orchestern auf. Nun gibt sie ihr zweites Konzert für den Förderverein. Der diesjährige Konzertreigen steht unter dem Motto 'Musikalische Streifzüge durch Europa'.

Das Abendprogramm gestaltet Elina Rubio mit einer Sonate 'ohne begleitenden Bass' von Johann Sebastian Bach. Die nach Bachs Tod in Vergessenheit geratenen Sonaten gehören mittlerweile in das Repertoire vieler Violinvirtuosen und bedeuten eine technische und geistige Herausforderung. Erstmals eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen Klavier und Violine, die der Violine einen dynamischen Ausdruck verleihe, habe Ludwig van Beethoven mit seinem Werk 'Frühlingssonate' geschaffen, die Rubio an diesem Abend interpretiert.

Bei ihrem ersten Konzert in Gailingen, vor ihrem Stipendium durch den Förderverein an der Hochschule für Musik in Dresden, habe die noch sehr junge Künstlerin eine musikalische Leidenschaft versprüht, sagt Anna Kartini, Vorsitzende und künstlerische Leiterin der 'Kammermusik am Hochrhein'. An diesem Konzert spiele Rubio Beethovens Musik technisch sehr sauber. Das Verschmelzen von Künstler und Musik zu einer die Zuhörer ergreifenden Aura, das den Virtuosen ausmache, vermisste Kartini jedoch.

Das Poème op. 25 für Violine und Klavier des französischen Impressionisten Ernest Chausson spielt Rubio mit hoher Klangsinnlichkeit. In diesem zweiten Konzertteil wird Rubios musikalischer Ausdruck intensiver und mitreissender.

Im letzten Programmteil überzeugt Rubio mit Henri Wieniawskis Komposition 'Faust Fantaisie brillante op. 20' aus dem Jahr 1865. Mit der Zugabe, einem Stück des spanischen Komponisten Manuel de Falla, scheint die Spanierin Rubio musikalisch in der Heimat angekommen zu sein.

Begleitet wurde die Violinistin von dem Pianisten Graham Jackson, der als Solist in bedeutenden Musikzentren der Welt auftrat und als Dozent am Conservatorio Superior in Madrid lehrt. Er begleitete auch den Geiger Igor Malinovsky, der Violine an der Musikhochschule Dresden lehrt und auch Elina Rubio unterrichtete.

Der Förderverein 'Kammermusik am Hochrhein' zählt knapp 250 Mitglieder im Radius von rund 60 Kilometern. Ein Gönner hat dem jungen Talent Rubio seit ein paar Jahren eine Geige von 'J.B.Vuillaume' (Paris,1864) im Wert von rund 250 000 Euro zur Verfügung gestellt. "Der Bogen allein kostete weitere 30 000 Euro", erklärt Kartini.