Madamae Verte, Prinzessin Marianne, Gräfin von Paris. Die Birnensorten am Gailinger Rheinufer haben wohlklingende Namen. Der Erhalt alter Baumbestände und einheimischer Obstsorten, eine Förderprogramm des Landes Baden Württemberg, verlangt großen Einsatz von Heinz Maier, Streuobstbeauftragter und seinen Helfern. Bei der Führung durch die Streuobstallee im Rahmen des traditionellen Obstblütentages erfahren die Besucher Spannendes von Heinz Maier: Vergangenen Winter wurden 153 Bäume geschnitten und unzählige Veredelungsruten aufgepropft. Ziel ist es, den alten Baumbestand zu pflegen und die genetische Sortenvielfalt zu erhalten. Die Obstbaum-Allee am Rheinuferpark erstreckt sich entlang des Strandweges in Richtung Staffelwald. Sie besteht aus 20 verschiedenen Apfel- und Birnensorten. Die prachtvollen Bäume haben zum Obstblütentag bereits angefangen zu blühen. Was für eine Anblick wäre es wohl bei Sonnenschein.

Ein besonderer Apfelbaum

„Trotz allem sind wir froh, wenn es regnet“, meint Maier, denn der letzte Sommer hat auch unseren Bäumen zugesetzt. Die frischen Veredelungsstellen sind gut sichtbar und sorgfältig markiert. „Was für eine Chance ist es, einem vorhandenen Baum so zu veredeln, dass er nur die wohlschmeckendsten Früchte trägt“, sagt Heinz Maier. Den Höhepunkt erreichen die Besucher am Ende der Allee: Ein Apfelbaum der mit 21 Sorten veredelt wurde. Zweifellos eine kleine Sensation! Dieser Baum soll der Beginn eines Gailinger Obstsortengartens demonstrieren. An der Abzweigung zum Premiumwanderweg, genannt „Der Grenzgänger“, endet die Führung. Besucher können sich dort jederzeit anhand einer Infobox über die Sortenvielfalt informieren. Zurück auf dem Strandbadareal werden leckere Kostproben vom Apfelsecco vom Gut Zolg und wohlschmeckender Honig aus der Imkerei angeboten. Der erfahrene Imker, Martin Schweizer, erzählt den interessierten Besuchern Wissenswertes über das Leben der Bienen.

Für Kinder steht ein Insektenhotel bereit. Jeder darf mithelfen, es fertigzustellen. Eifrig werden Pappröhrchen als Nisthilfe im Hausrahmen befestigt. Die Besucher staunen über die zahlreichen Kokons der Mauerbiene, die bei diesen kühlen Temperatur leblos in einer Schachtel liegen. Bei warmen Wetter jedoch, würden sie sofort schlüpfen und davonfliegen. Bienen stellen die meisten Blütenbesucher dar – ohne sie können Obstbäume keine Früchte bilden. Die Nabu Gruppe Gailingen informiert deshalb an diesem Tag auch über die Petition zur Pestizidkontrolle. Bereits Einstein meinte, wenn alle Bienen von der Erde verschwinden, verschwindet vier Jahre später auch der Mensch.