Gailingen Großbrand in Gailingen: Schnelle Hilfe für jetzt obdachlose Hausbewohner

Zwölf Personen finden dank Unterstützung der Gemeinde Gailingen und der Schmieder-Kliniken vorübergehende Bleibe in Ferienwohnungen

Ein Großfeuer in der Dörflinger Straße forderte die Feuerwehren von Gailingen, der benachbarten Schweizer Gemeinde Diessenhofen und Gottmadingen. Es war am frühen Freitag-Nachmittag in einem Mehrfamilienhaus ausgebrochen. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 600 000 Euro. Als Ursache hat sie schnell ausgemacht, dass vermutlich ein Kind in einer Wohnung im ersten Obergeschoss mit einem Feuerzeug hantiert hat und dadurch der Brand ausbrach. Der Junge war allein im Haus, da seine Mutter kurz zum Einkaufen war, wie Ermittlungen des Dauerkriminaldienstes ergaben. Eine Frau im Nachbarhaus war auf den Brand aufmerksam geworden. Ein weiterer Nachbar hat die Menschen in den anderen Wohnungen des Mehrfamilienhauses über den Brand informiert. Zwei Rettungshubschrauber, ein deutscher und ein schweizerischer, konnten wieder davonfliegen. Eine voreilige Meldung, es gebe verletzte Personen, hatte sich nicht bestätigt. Die sechs belegten Wohnungen des Gebäudes sind derzeit unbewohnbar und einige völlig zerstört.

Als die gegen 13 Uhr alarmierte Gailinger Feuerwehr eintraf, stand die Wohnung im ersten Obergeschoss, in welcher der sechsjährige Bub mutmaßlich gezündelt hatte, schon in Vollbrand. Auch der Dachstuhl wurde erfasst. Die Brandbekämpfung gestaltete sich laut Gailingens Feuerwehrkommandant Jürgen Ruh äußerst schwierig. "Das Feuer ist durch den alten, verschachtelten Dachstuhl immer wieder durchgezogen und konnte sich permanent aufs Neue ausbreiten", so Ruh. "Durch die Dämmungen der Wände war es schwierig, den Brand von innen zu bekämpfen", erklärte der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Egger, auch Kommandant der Singener Feuerwehr. Ein Brand in einem solchen Ausmaß komme in der Region relativ selten vor, sagte er.

Aufgrund der schwierigen, stundenlangen Brandbekämpfung rückte auch die Feuerwehr Gottmadingen an, um mit acht Einsatzkräften die Atemschutzträger zu verstärken. Die Personen, die sich im Gebäude bei Ausbruch des Brandes befanden, konnten alle rechtzeitig das Mehrfamiliengebäude verlassen. Das Kind wurde wegen möglicher eingeatmeter Rauchgase vorsorglich durch den Rettungsdienst in eine Klinik gebracht. Die Gemeinde Gailingen und die Schmieder-Kliniken, denen das Haus gehört, haben schnell dafür gesorgt, dass die zwölf Personen, die in den Wohnungen leben, in Gailinger Ferienwohnungen eine vorübergehende Bleibe finden. "Wir sind froh, dass sich von uns kontaktierte Eigentümer von Ferienwohnungen schnell bereit erklärt haben, die obdachlos gewordenen zwölf Personen aufzunehmen", schildert der Gailinger Hauptamtsleiter Steffen van Wambecke, der für den verhinderten Bürgermeister Heinz Brennenstuhl in die Bresche sprang. Auch dessen Stellvertreter Ingbert Sienel und Jörg Krumm, Geschäftsführer der Schmieder Kliniken, leisteten schnelle und unbürokratische Unterstützung.

"Nachbarn haben uns angeboten, dass sie uns aufnehmen", schildert Victoria Gordienko, die unter der Wohnung lebt, in der das Feuer ausbrach. "Ich bekam einen mächtigen Schreck und habe den Ausbruch des Brandes wohl als letzte mitbekommen. Schnell bin ich mit meinem anderthalbjährigen Kind nach draußen gerannt, wo die anderen Bewohner schon waren", berichtet sie. "Gut, dass mein zwölfjähriger Sohn in der Schule und mein Mann bei der Arbeit waren", sagt Victoria Gordienko. Sie lobt die schnelle Hilfsbereitschaft der Gemeinde und der Schmieder-Kliniken.

"Als ich kurz im gegenüberliegenden Supermarkt das Notdürftigste einkaufen wollte, haben mich Angestellte besorgt gefragt, ob ich bestimmte Waren benötige, die sie mir kostenlos gegeben hätten", schildert die Frau. Die Feuerwehren waren noch bis in die Nacht beschäftigt, um letzte Glutnester zu löschen.

Der Einsatz

Die Feuerwehren Gailingen, Diessenhofen und Gottmadingen waren mit 55 Mann und 15 Fahrzeugen im Einsatz. Dazu gab es einen umfangreichen Rettungsdienst und ein großes Polizeiaufgebot. Auch der Polizeiposten Gottmadingen war mit vier Kräften vor Ort. Die Gailinger und Diessenhofer Feuerwehr unterstützen sich grenzüberschreitend bei Bränden.

 

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