Seit vielen Jahren treffen sich Nachfahren ehemaliger jüdischer Mitbürger auf dem Jüdischen Friedhof in Gailingen zu einer Gedenkfeier. Anlass ist das jüdische Neujahrsfest, "Rosch haSchana", vor dem ein Jude sich auch Gedanken machen soll, wo seine Wurzeln sind, woher er kommt. Wo kann er das besser tun, als auf dem Friedhof, wo die Vorfahren ruhen?

Daher kamen auch in diesem Jahr etwa 70 jüdische Gäste vor allem aus der Schweiz, aber auch aus Israel und anderen Ländern.

Schon von Weitem sah man kleine Gruppen auf dem schönen Jüdischen Friedhof verteilt, die die Gräber ihrer Vorfahren besuchten, und einen kleinen Stein am Grab lassen, zum symbolischen Zeichen, dass man an die dort Ruhenden gedacht hat.

Die anschließende kleine Feier wurde diesmal von Rabbiner Noam Hertig aus Zürich gestaltet. Vor dem nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz zunehmenden Antisemitismus warnte er. Er lobte die Arbeit des Vereins für Jüdische Geschichte Gailingen, insbesondere die Arbeit mit Jugendlichen. Seine Rede fand viel Lob.

Inzwischen ist es Tradition, dass das Jüdische Museum Gailingen im Anschluss an die Gedenkfeier neue Exponate oder technische Verbesserungen vorstellt. Diesmal wird eine Ausstellung im Jüdischen Museum Gailingen präsentiert mit dem Titel "Die Hasgalls – Zwischen Torah und Handwerk". Die jüdische Familie Hasgall kam um 1800 aus Fürth nach Gailingen und später nach Diessenhofen.

Joachim Klose, Mitglied des Vorstands, führte in die Biografie der Familie Hasgall ein. Insbesondere geht es dabei um Ezechiel Hasgall (1810 bis 1890), der den Beruf eines Graveurs ausübte, der zur Familientradition wurde. Die wunderschönen Exponate in der Ausstellung sind sehenswert. Sein Dank galt der Familie Hasgall aus Zürich, die die wertvollen Gegenstände zur Verfügung gestellt haben.

Das Museum

Die Ausstellung "Die Hasgalls – Zwischen Thora und Handwerk" im Jüdischen Museum Gailingen ist zu sehen vom 18. September 2017 bis 31. März 2018. Geöffnet ist das Museum in der Ramsener Straße 12 jeweils Montag bis Freitag sowie am Sonntag von 9 bis 16 Uhr und Samstag nach telefonischer Anmeldung unter Telefon (0 77 34) 93 42 26.

Informationen im Internet: www.jm-gailingen.de