Nach fast zehn Jahren des Planens, Wartens auf Fördermittel und Bauens ist die Generalsanierung der Hochrheinhalle nun seit einer knappen Woche abgeschlossen. Einzig die Außenanlagen müssen noch fertiggestellt werden. Als allerletzter Schritt erfolgt dann voraussichtlich 2019 die Anlage eines Parkplatzes mit 80 Stellplätzen auf dem danebenliegenden jetzigen Bolzplatz. Die nun optisch zeitgemäße, technisch und auch energetisch dem neuesten Stand entsprechende Mehrzweckhalle wurde nach einer kleinen Einweihungsfeier mit den am Bau beteiligten Planern, Handwerkern und ehrenamtlichen Helfern am Mittwoch nun im Rahmen eines Tags der offenen Tür der Bevölkerung vorgestellt. Den kirchlichen Segen beider Konfessionen gaben die Pfarrer Nikolaus Böhler und Matthias Stahlmann.

Mit Kosten von rund 3,6 Millionen Euro ist die Hallensanierung die größte Einzelbaumaßnahme der zurückliegenden Jahre in Gailingen. Diese Kosten sind auch der Grund, weshalb das Projekt so lange gedauert hat: „Das ist ein großer Brocken für Gailingen. Wir wollten dafür die Finanzierung gesichert wissen“, so Bürgermeister Heinz Brennenstuhl. Sein großer Wunsch, die Halle zum Abschluss seiner heute endenden Amtszeit noch einweihen zu können, ist nun noch ganz knapp in Erfüllung gegangen. Und er ist stolz auf die jetzt top-gerichtete Hochrheinhalle: „Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.“

2008 gab es ersten Kontakt zum Architekturbüro, 2009 begann die Planung. Und dann zog es sich: Die Zuschussbescheide kamen nicht so schnell wie erhofft, und ohne maximale Förderung war für die Gemeinde das Projekt nicht zu stemmen. Erst als das Landeswirtschaftsministerium sich einschaltete und die Fördertöpfe koordinierte, kam der Duchbruch, so Brennenstuhl. Die Wartezeit hatte aber auch ihr Gutes. Gailingen konnte Eigenkapital ansparen. Fast die Hälfte der Bausumme kam so aus Eigenmitteln. Etwas mehr als 40 Prozent betrugen die Zuschüsse von Land und Bund, und nur rund 13 Prozent mussten auf Kredit finanziert werden. „Die Sanierung ist also sehr solide finanziert“, so Brennenstuhl. Und trotz der derzeitigen Bauteuerungen liege man nur zehn Prozent über der Kostenrechnung: „Da können wir sehr zufrieden sein."

Baubeginn war im September 2016. Planer und Fachplaner hätten keine einfache Aufgabe vorgefunden, so der Bürgermeister. Er und der Architekt dankten Bauleiter Thomas Müller, allen am Bau beteiligten Firmen, dem Gemeinderat, dem Projektausschuss und insbesondere den 67 ehrenamtlichen Helfern aus der Bürgerschaft. Letztere haben in 750 Arbeitsstunden der Gemeinde eine Einsparung von 100 000 Euro erwirtschaftet.

Was getan wurde

Bei der Sanierung der Hochrheinhalle gab es unter anderem eine Erweiterung durch einen Windfang, Aufrüstung der Wärmedämmung, neue Fensterelemente in Dreifachsonnenschutzverglasung. Sonnenschutz, neue Akustikdecke, neue Wandverkleidung und neue Bodenbeläge. Die Arbeiter erneuerten die Heizungsinstallationen und -zentrale mit Gas-Brennwert-Technik, die komplette Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die kompletten Sanitär- und Elektroinstallationen, wobei insgesamt 20 Kilometer Kabel neu verlegt wurden. (drm)