Der Gemeindewahlausschuss zur Bürgermeisterwahl in Galingen hat alle drei eingegangenen Bewerbungen zur Wahl am Sonntag, 4. März, zugelassen. Die Vorprüfung habe ergeben, dass die Unterlagen komplett sind und die Kandidaten alle Anforderungen laut Wahlrecht erfüllen, erläuterte Gailingens noch amtierender Bürgermeister Heinz Brennenstuhl als Ausschussvorsitzender. Er hat bereits im Herbst angekündigt, nicht für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung zu stehen.

Der Gailinger Gemeinderat Thomas Auer, die Sindelfinger Polit-Provokateurin Fridi Miller und eine bislang weitgehend unbekannte Diplom-Ingenieurin, Dietlinde Schweikle aus Aalen, wollen die Nachfolge von Bürgermeister Heinz Brennenstuhl antreten, der 24 Amtsjahre Gemeinde und Verwaltung angeführt hat.

Pünktlich um 18 Uhr hat Brennenstuhl am Montagabend mit Hauptamtsleiter Steffen van Wambeke kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist den Rathausbriefkasten auf weitere Bewerbungen kontrolliert. Außer einem Antrag auf Briefwahl konnte er jedoch nichts finden. Formell wurden dann die weiteren Weichen gestellt für den anstehenden Wahlkampf. "Wahlanfechtungsgründe wollen wir natürlich nicht haben", betonte Brennenstuhl gegenüber seinen Kollegen im Wahlausschuss, der ab 18.30 Uhr im Bürgersaal des Gailinger Rathauses tagte. Einstimmig unterstützten die Ausschussmitglieder Manfred Werner und Harald Bauknecht von der CDU/UWG-Fraktion, SÖL-Vertreter Heinz Maier und Günter Manogg von den Freien Wählern den Kurs der Verwaltung. Einigkeit herrschte schnell, dass die Gemeinde angesichts dreier Kandidaturen auf eine offizielle Kandidatenvorstellung nicht verzichten sollte.

Sie wurde auf Freitag, 23. Februar, terminiert. Da die Hochrheinhalle derzeit wegen Sanierungsarbeiten blockiert ist, soll die Turnhalle des Hegau-Jugendwerks genutzt werden. Genau wurden die Spielregeln festgelegt. Jeder Kandidat erhält 30 Minuten Zeit, davon maximal eine Viertelstunde zur persönlichen Vorstellung. Danach hat die Gailinger Bürgerschaft Gelegenheit, Fragen zu stellen. Die beiden anderen Bewerber müssen währenddessen in einem anderen Raum ausharren. Sie sollen nicht mitbekommen, welche Fragen gestellt werden und welche Antworten das Publikum bekommt. Zur Podiumsdiskussion rund um die Bürgermeisterwahl lädt der SÜDKURIER kurz vor der Wahl am Dienstag, 27. Februar, in den Keller des Liebenfelsischen Schlössle ein.

Wahlsonntag ist am 4. März. In zwei Wahlbezirken, mit dem Rathaus und der Schule als Wahllokale, können die Gailinger Bürger dann ihre Stimmen abgeben. Ein eventueller Neuwahltermin ist am 18. März für den Fall, dass im ersten Wahlgang kein Kandidat eine absolute Mehrheit erreicht.

Alle Kandidaturen zur Bürgermeisterwahl zugelassen

  1. ThomasAuer aus Gailingen hat als Erster seine Bewerbung am Montag, 8. Januar, eingereicht und die Kandidatur bekannt gemacht. Der derzeitige Leiter des Finanzamtes Mülheim mit rund 150 Mitarbeitern hat als promovierter Jurist und erfahrener Verwaltungsbeamter gute Voraussetzungen. Er stammt aus Gailingen und ist seit neun Jahren Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde. Mit den Gedanken, sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben, trägt er sich schon länger. Nach einer Zeit langer Überlegungen sei dann der Entschluss, zu kandidieren, über den Jahreswechsel konkret geworden.
  2. Friedhild Anni Miller aus Sindelfingen hat ihre Bewerbung am Wochenende vom 14. Januar abgegeben. Sie war bei der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres parteilose Direktkandidatin. Die 48-Jährige beschreibt sich als Aufdeckungspolitikerin und bewirbt sich gerne für Bürgermeisterposten – insgesamt, so heißt es, bisher in mehr als 50 Kommunen. Am Wochenende war Wahl in Böblingen. Amtsinhaber Wolfgang Lützner (CDU) wurde abgewählt, Grünen-Stadtrat Stefan Belz wurde mit 51,3 Prozent der Stimmen zum neuen Oberbürgermeister gewählt, für Miller stimmten 0,77 Prozent.
  3. Dietlinde Schweikle aus Aalen ist bislang die große Unbekannte im Rennen um den Chefposten im Rathaus der Hochrheingemeinde Gailingen. Ihre Bewerbung hat sie am Freitag, 2. Februar, persönlich abgegeben. Die Kandidatin wurde 1966 geboren und firmiert als Diplom-Ingenieurin, wie in der Sitzung des Gemeindewahlausschusses bekannt wurde. Mehr konnte der noch amtierende Bürgermeister Heinz Brennenstuhl als Wahlausschussvorsitzender zur Person nicht bekannt geben. Gelegenheit zur persönlichen Vorstellung hat sie am 23. Februar in der Turnhalle des Hegau-Jugendwerks. (bie)