Zweieinhalb Jahre liegen die schweren Erbeben in Nepal nun zurück. Hilfe ist immer noch nötig. Niemand weiß das besser als der Gailinger Patrick Gansser. Der Initiator des im Jahr 2015 gegründeten, in Gailingen beheimateten gemeinnützigen Vereins "Hilfe für Syabru" war gerade wieder vor Ort. Wie dort die Lage ist, wird Gansser am Sonntag, 26. November vortragen. Da präsentiert das Hilfswerk sich und seine Projekte im Rahmen einer Benefizveranstaltung in der evangelischen Friedenskirche.

In Syabru (sprich: Schiabru), einer vom Beben stark betroffenen Ortschaft 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kathmandu ist in den vergangenen Monaten viel geschehen. Durch die Unterstützung mehrerer europäischer Hilfseinrichtungen haben jetzt dort viele Leute wieder ein festes Dach über dem Kopf. Bis Ende 2016 wurden in dem Syabru-Ortsteil Old Bensi 21 stabile, erdbebensichere kleine Häuser erstellt – nicht zuletzt dank der Spendewilligkeit der Menschen im Hegau, unter ihnen viele SÜDKURIER-Leser. Rund 40 000 Euro Spendengelder haben Gansser und die Gailinger Hilfseinrichtung gemeinsam mit ihrer rührigen Partnerinitiative im bayrischen Buchberg generieren können. "Das war eine richtige Welle der Hilfsbereitschaft", erinnert sich Gansser.

In den vergangenen Monaten haben die neuen kleinen Häuser, die alle mit fließend Wasser und einer einfachen Käranlage ausgestattet sind, auch noch Strom bekommen. "Die Leute sind mächtig stolz auf das, was hier gegangen ist", hat Gansser gerade erneut erfahren. Die Bevölkerung war in das Projekt mit einbezogen: Pro Haus gab es 3500 Euro für die Baumaterialien. 1500 Euro mussten die jeweiligen Familien beitragen. Auch die Bauarbeiten wurden von ihnen selbst gemacht. Mit dem Wiederaufbau habe sich nun die Dorfgemeinschaft wieder gefunden, der Ort sei wieder lebendig, konstatiert Gansser voller Freude.

Im Laufe des Jahres 2017 hat der Gailinger Hilfsverein begonnen, drei Familien im abgelegenen Ortsteil Thulo Syabru beim Bau ihrer Häuser zu unterstützen. Erreichbar nur über eine provisorische Straße, war das Dorf insbesondere zur Monsunzeit von Materialtransporten fast vollständig abgeschnitten. Alles musste von Trägern über 900 Höhenmeter hoch geschleppt werden. Im vergangenen Winter und Frühjahr konnte die Straße so weit hergerichtet werden, dass rund 100 LKW-Ladungen Baumaterial angeliefert konnten. "Man sieht bereits wieder eine Menge neuer Häuser. Auch Gästehäuser gibt es schon wieder", berichtet Gansser. Der Hausbau ist hier auf Grund der Hanglage und der Bodenbeschaffenheit allerdings teurer als im Zentralort. Gansser rechnet bei den neuen Projekten mit je rund 5000 Euro.

Die Naturkatastrophe hatte erhebliche Folgen: Das erste Erbeben mit einer Stärke von 7,8 ereignete sich am 25. April 2015. Das Epizentrum lag etwa 80 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu entfernt. Ein weiteres schweres Erbeben ereignete sich im Mai und hatte eine Stärke von 7,2. Bis in den Sommer hinein gab es zahlreiche, teils schwere Nachbeben. Laut der Regierung Nepals starben in dieser Zeit rund 8800 Menschen, mehr als 22 000 wurden verletzt.

Zur Veranstaltung

  • Termin: Am Sonntag, 26. November, lädt der Verein "Hilfe für Syabru" von 13 bis 17 Uhr zu einer Benefizveranstaltung in die Friedenskirche in Gailingen ein. Die Besucher erwartet ein differenziertes Programm. Der Erlös kommt den aktuellen Projekten zugute
  • Infostand zu den Projekten des Vereins; Verkauf von Produkten aus Nepal (Decken, Schals, Khatas, Gebetsfahnen)
  • Kuchenbuffet, Kaffee, Tee und sonstige Getränke
  • Multimediashow: 13.30 Uhr und 16.30 Uhr
  • Konzert der Band Poppmusic: 14 bis 16 Uhr

Informationen im Internet: www.hilfe-fuer-syabru.de