Die Einladung auf der Tonschindel ist eindeutig: "Wenn die Erde trocken ist, darfst du gießen." Auch andere liebevolle gestaltete Dekorationen laden ein, im Kräutergarten mit der roten Tischgruppe auf dem Gelände des Jugendwerks Platz zu nehmen. Seit kurzem ist dieser Ort noch beliebter bei den Angehörigen und Patienten, denn die Bepflanzung drum herum wurde kürzlich so richtig schön aufgepeppt. Dafür ist vor allem Elfriede Hildenbrand verantwortlich, denn sie hat die ganze Aktion initiiert und Hilfe von anderen Eltern bekommen.

Elfriede Hildenbrand ist schon zum dritten Mal mit ihrer 29-jährigen Tochter Katharina, die vor fünf Jahren eine Hirnblutung hatte, im Jugendwerk. "Ich wollte etwas zurückgeben und konnte bei der Gartenarbeit auch gut runterkommen", so Hildenbrand. Mit ins Boot geholt hat sie für die Aktion andere Eltern und Patienten wie Thomas Wilke und Nadine Helwig, Marco Mersch, Peter Tobiasch mit Sohn Robin oder die Familie Christ. "Diese Aktion hat uns wie eine große Familie noch mehr zusammengeschweißt", so Thomas Wilke (31). Seine Lebenspartnerin Nadine Helwig (28) hatte kurz nach der Geburt des Sohnes John-Luka einen Schlaganfall und ist seit Mitte Mai im Jugendwerk. Auch Patient Marco Mersch (27) hat mitgeholfen und über diese Aktion Freundschaften geschlossen.

Für die Umgestaltung hat Elfriede Hildenbrand aus ihrem Umfeld zuhause Utensilien wie alte Fensterrahmen oder ähnliches mitgebracht. "Die Eltern nehmen den Platz so gut an", sagt sie. Auch beim Therapiegarten der Abteilung Physiotherapie hat die Gruppe sich betätigt und die zugewachsene Mauer von der Wildnis befreit. Zum Abschluss überreichte Elfriede Hildenbrand der Physiotherapeutin Anna Wehling eine solide Hacke für die weitere Pflege. "Das war so eine tolle Aktion. Durch den Anbau für den Gangtrainer haben wir den Gartenbereich nicht mehr im Blick gehabt", so Wehling. "So ein Engagement von Eltern habe ich hier noch nicht erlebt", ist auch Pflegedirektorin Ina Rathje begeistert.