In manchen Feuerwehrorganisationen häufen sich die Ehrenmitgliedschaften. Anders in Gailingen. In der langen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr der Hochrheingemeinde wurde nun auf der Hauptversammlung erst zum zweiten Mal ein Ehrenmitglied erkoren: Bürgermeister Heinz Brennenstuhl, der sich während seiner ganzen, 32 Jahre langen Amtszeit für die Belange der Gailinger Floriansjünger eingesetzt hat. Im Mai zieht sich Brennenstuhl in das Privatleben zurück.

Kommandant Jürgen Ruh erinnerte sich in seiner Laudatio für das neue Ehrenmitglied an die Veränderungen, die es für die Wehr in dieser Zeit gegeben hat: an ihren Umzug von der Hauptstraße in das neue und nun schon wieder sanierungsbedürftige Feuerwehrhaus im Sagenbuck. An die derzeitigen Diskussionen um einen weiteren Neubau. An die Neubeschaffungen für den Fahrzeugpark bis hin zur unbürokratischen vollständigen Finanzierung zweier in Eigenleistung umgebauter Fahrzeuge durch die Gemeinde, weil es für sie keine Bezuschussung vom Land gab. „Es war Dir immer wichtig, eine gute und schlagkräftige Wehr zu haben“, so Jürgen Ruhs an das Gemeindeoberhaupt gerichtete Worte.

Heinz Brennenstuhl, sichtlich gerührt, ging in seinen Dankesworten auf die Veränderungen und Herausforderungen für eine moderne Feuerwehr ein. Die FFW sei die wichtigste Selbsthilfeorganisation der Bürger. Unverzichtbar für ihre Arbeit sei Aus- und Weiterbildung, ein ordentliches Gebäude und eine gute technische Ausstattung und ein guter Fahrzeugpark. Er habe der Gailinger Feuerwehr immer die Freiheit gelassen, die Prioritäten und Schwerpunkte zu setzen, schließlich wisse sie am besten, was sie benötige und was zu machen sei. Sein Vertrauen habe sich stets als gerechtfertigt erwiesen: „Wir sind sehr modern und gut aufgestellt.“

Die Arbeit der Feuerwehren verändere sich generell und auch in Gailingen stark, so Brennenstuhl im Weiteren. Da seien nicht nur die großen Rehakliniken mit besonderen Anforderungen. Zunehmend gebe es auch in der Gemeinde Mehrgeschoss-Wohnbau mit zusätzlichem Gefährdungspotenzial. Eine bauliche Entwicklung könne nur stattfinden, wenn der entsprechende Brandschutz gewährleistet sei. Alleine sei das nicht möglich. Die Gailinger Wehr habe frühzeitig die interkommunale Zusammenarbeit mit den deutschen und Schweizer Nachbargemeinden gesucht und auch gefunden. „Da bin ich sehr dankbar dafür: Nur deswegen sind wir so stark“, so das neue Ehrenmitglied.

 

Das Feuerwehrjahr 2017

Die FFW Gailingen hat als Mitglieder 36 Aktive, vier Jugendliche und 17 Senioren. Die Einsatzabteilung absolvierte 13 reguläre Übungen, für Atemschutzträger und Maschinisten gab es zusätzliche Übungen. Des Weiteren fanden gemeinsame Proben mit den Feuerwehren Dörflingen, Büsingen und Diessenhofen statt. Insgesamt fielen rund 500 Übungs- und Ausbildungsstunden an. Es gab 24 Einsätze, darunter auch bei einem Großbrand in der Dörflinger Straße. Die Zahl der Einsatzstunden beläuft sich auf 460 Stunden.

Auch für Brennenstuhls baldigen Amtsnachfolger Thomas Auer hat die Gailinger Feuerwehr einen hohen Stellenwert: „Sie können stets auf meine Unterstützung bauen“, sagte Auer in seinem Grußwort auf der Hauptversammlung.