Die Spannung vor der heutigen, offiziellen Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in Gailingen dürfte für manchen größer sein, als am Wahlabend selbst. Die Frage, ob Dauerkandidaten Fridi Miller heute Abend um 19 Uhr persönlich in der Turnhalle des Hegau-Jugendwerks auftaucht, um ihre schillernden Botschaften unters Volk zu bringen, beschäftigt nicht nur die Wahlberechtigten in Gailingen. Die flott auftretende Provokateurin erklärte unlängst auf die Frage, warum sie so häufig bei Bürgermeisterwahlen antrete: Das sei für sie Training für den Wahlkampf um das Bundeskanzleramt. Bundesweit Schlagzeilen hat sie einst gemacht, als sie ihren silbernen Porsche mit unzähligen "Merkel-muss-weg"-Aufklebern dekorierte.

Die Bedeutung des Amtes als Bürgermeisterin hat die Kandidatin damit eher nicht im Blick. Ihre Botschaft lautet Selbstdarstellung. Das sollte eigentlich zu wenig sein, um zu solch einer Kandidatur zugelassen zu werden. Erst hinterher ist man da schlauer. Wünschenswert wäre angesichts der immer wieder kehrenden Spaßkandidaten, wenn auch in kleineren Gemeinden Bewerber per Wahlrecht aufgefordert würden, einen lokalen Unterstützerkreis zu benennen.

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