Im Clubheim des Gailinger Sportvereins ist es eng geworden. Thomas Auer, derzeit Leiter des Finanzamts Müllheim und Gemeinderatsvertreter der Freien Wähler in Gailingen, startete seinen Wahlkampf und rund 30 interessierte Bürger waren gekommen, um seine Pläne zu hören und zu diskutieren. Am Ende wurde eines überdeutlich: Die Gailinger bewegt das Thema Verkehr – von rasenden Schweizern bis zu parkenden Rheinuferparkbesuchern, von gefährdeten Fußgängern bis zu fehlenden Radwegen – und nicht zuletzt von etlichen Schlaglöchern in den Straßen der Hochrheingemeinde.

Auer kennt die Problemlagen: "Der Sanierungsstau im Straßenbau muss angegangen werden", erklärt er und sieht hier durchaus Gestaltungsspielräume für die Gemeindeverwaltung, ebenso bei der Regulierung der oft überfüllten Stellplätze am Rheinuferpark. Deutlich schwieriger dürfte das Thema Ortsdurchfahrt werden. "Da gilt es, die übergeordneten Behörden zu überzeugen", erklärt Auer. Kreativität sei hier gefragt.

Chancen sieht er in der unklaren Zukunft der Gailinger Hochrheinschule: Wenn der Werkrealschulzweig wegfalle, könnte stattdessen das Areal zum Zentrum der Gailinger Betreuungseinrichtungen umfunktioniert werden.

Auers Anliegen, die Bürgerbeteiligung in Zukunft zu stärken, kam bei den Besuchern an. "Transparenz bedeutet für mich, Argumente anzuhören und Kompromisse zu finden", so Auer. Sein Vorteil sei, Gailingen zu kennen. Dennoch setzt er auf Unabhängigkeit. "Als Freier Wähler ist man parteipolitisch ungebunden", so Auer. Vetterleswirtschaft wolle er nicht aufkommen lassen. Als Finanzamtsleiter schätze er die Bedeutung von Gerechtigkeit und als Gemeinderatsmitglied kenne er die demokratischen Prozesse, die Mauscheleien in so kleinen Gemeinden kaum möglich machen würden.

Hausaufgaben hatten die Bürger etliche für einen künftigen Bürgermeister: Die Hausarztversorgung im Gesundheitsdorf sollte gesichert, eine öffentliche Toilette im Handelsquartier Rheinauer geschaffen und wieder ein Altenheim angesiedelt werden. Was die Gailinger nicht wollen: "Denkmäler für den Bürgermeister brauchen wir keine mehr", betonten die Besucher.

Die nächsten Termine

  • Am Freitag, 23. Februar, ist offizielle Kandidatenvorstellung ab 19 Uhr, in der Turnhalle des Hegau-Jugendwerks.
  • Am Dienstag, 27. Februar, lädt der SÜDKURIER um 19 Uhr zur Podiumsdiskussion in den Keller des Liebenfelsischen Schlösschens ein.
  • Am Sonntag, 4. März, ist Wahlsonntag in Gailingen. Neben Auer stellen sich Fridi Miller und Dietlinde Schweikle zur Wahl. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr. Die Bekanntgabe des Wahlergebnisses kündigt der Wahlausschussvorsitzende Heinz Brennenstuhl gegen 19 Uhr vor dem Rathaus an.