Es war dieser typisch wohlige und gemütlich warme Klang, mit dem die Bratschistin Hiyoli Togawa gemeinsam mit ihrer Duo-Partnerin Lilit Grygorian am Klavier mit Robert Schumanns „Adagio und Allegro“ Op. 70 das letzte Konzert dieses Jahres der Kammermusik am Hochrhein in Gailingen eröffnete.

Warmer Klang an kaltem Abend

Der warme, ruhige und lyrische Klang, in starkem Kontrast zum Wetter stehend, wurde bald vom kraftvollen und stürmischen Allegro abgelöst. Dieser abwechslungsreiche Satz, mal feurig, mal eher erinnernd ruhig und melancholisch, aber stets drängend und sich immer wieder steigernd, wurde von den jungen Musikerinnen genauso passend und stimmig interpretiert wie das vorausgegangene Adagio.

Der an einigen Stellen zu dünn und mit zu wenig Substanz ausgestattete Klang Togawas tat dem nur wenig Abbruch. Dieses charakterstarke und mit Sogwirkung ausgestattete Werk Schumanns bildete den äußerst angenehmen Höhepunkt des Abends.

Musik von Joachim und Brahms

Auch Joseph Joachims „Hebräische Melodien“ mit ihren aus dem innersten klagenden Gestus passten perfekt zum musikalischen Programm, hinterließen Eindruck und waren mehr als bloße Töne. Es folgte Johannes Brahms‘ Sonate für Viola und Klavier in f-Moll, Op. 120/1. Auf das leidenschaftliche Allegro zu Beginn, gespickt mit Ausbrüchen in alle Richtungen, folgte das recht innige Andante. Der heitere dritte Satz bildete interpretatorisch und musikalisch den richtigen Kontrast, vor allem durch die artikulatorischen Unterschiede der beiden Musikerinnen.

Das stürmische und wild lebendige Vivace bildete einen passenden Schlusspunkt. Während Lillit Grygorian mit unaufdringlicher Präzision und gut abgestimmtem Klang glänzte, waren bei Hiyoli Togawa trotz musikalischer Brillanz leider immer wieder Unsauberkeiten bei Lagenwechseln zu hören.

Paul Hindemith zum Abschluss

Nicht weniger charakterstark wie Schumanns Werk zu Beginn waren auch seine vier „Märchenbilder“. Unglaublich stark und wirkungsvoll erzählend war diese Musik, was auch an Togawas und Grygorians Interpretation lag. Eher den Charakter eines Intermezzos hatte Johann Wenzel Kalliwodas Nocturne Nr. V. Unbeschwert und mit unschuldiger Verträumtheit entführte es in eine andere Welt.

Den Abschluss bildete Paul Hindemiths Sonate Op. 11/4. Dieses dreisätzige Werk war von einer äußerst interessanten Klangsprache geprägt: Einerseits waren Einflüsse der Romantischen Klangprägung wie etwa bei Brahms oder manchmal auch Dvorák zu finden, andererseits aber auch Elemente der impressionistischen, im Moment des Augenblicks lebenden Musik von Debussy, bisweilen versehen mit immer wieder grotesk und skuril anmutenden Passagen.