Dem Gaienhofener Ortsteil Gundholzen steht eine Art kleine Flurbereinigung bevor. Ansonsten lässt sich im Gebiet „Am Herdweg“ keine Bauleitplanung erstellen. Die vorhandenen Grundstücksgrenzen und Rechtsverhältnisse ließen keinen anderen Weg zu, stand in der Vorlage zur jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dieser bestimmte einen neu gebildeten Ausschuss für diese Aufgabe. Er besteht aus je einem Mitglied und einem Stellvertreter aus den Fraktionen. Das Baugesetz sah ebenso die Bestellung beratender Sachverständige im Ausschuss vor.

„Mit der Umlegung soll eine öffentliche Verkehrsfläche zur Verfügung gestellt werden, die eine Erschließung ermöglicht sowie die Flurstücke so anordnet, dass bebaubare Grundstücke für dieses Gebiet entstehen können“, erläuterte der Vermessungsingenieur Klaus Obergfell dem Rat. Die Umlegung könne auf Teile des Bebauungsplanes oder auf das gesamte Gebiet angewendet werden.

Vermessungsingenieur Klaus Obergfell (links) stellt dem Gemeinderat Gaienhofen die Prozedur einer Umlegung von Flurstücken vor. Weiter von links: Bürgermeister Uwe Eisch, Sandra Rauer (Hauptamt) sowie Johannes Wilhelm (Bauverwaltung).
Vermessungsingenieur Klaus Obergfell (links) stellt dem Gemeinderat Gaienhofen die Prozedur einer Umlegung von Flurstücken vor. Weiter von links: Bürgermeister Uwe Eisch, Sandra Rauer (Hauptamt) sowie Johannes Wilhelm (Bauverwaltung). | Bild: Georg Lange

Sie könne erst rechtskräftig werden, wenn auch der Bebauungsplan rechtskräftig sei. Obergfell spricht hier von einem Parallelverfahren. Man könne somit flexibel auf den Bebauungsplan und auf die Wünsche von Eigentümern reagieren. Das Verfahren sei streng am Gesetzbuch orientiert und böte eine Rechtssicherheit, so Obergfell. Der beschließende Ausschuss mit Mitgliedern aus dem Gemeinderat übernehme die Hoheit.

Betroffene haben ein Widerspruchsrecht

Der Ausschuss bezeichnet das Gebiet und legt Verzeichnisse an, die öffentlich bekannt gegeben werden. Hier kann auch gegebenenfalls Widerspruch eingelegt werden, wenn sich jemand ungerecht behandelt fühlt, so Klaus Obergfell. In den öffentlichen Büchern werde ein Umlegungsvermerk eingetragen, die für Dritte ersichtlich sind. Das habe auch Folgen für Veränderungssperren und Vorkaufsrechte der Gemeinde. Ein Finanzmanagement für kommunale Entwicklung soll vorab die Grundstücke kaufen. So ergäben sich nur drei Beteiligte im Verfahren, erläuterte Bürgermeister Uwe Eisch.

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