Das Weihnachtsfest steht in diesem Jahr unter dem Stern der Corona-Pandemie. Es findet zwischen Zugeständnissen an die Freiheit der Religionsausübung und Appellen an das eigene Verhaltensmanagement statt. Ob der weihnachtliche Balanceakt zwischen Religionsfreiheit und Vernunft gelingt, wird dem Landratsamt spätestens in zwei Wochen schwarz auf weiß in Form von Zahlen über das aktuelle Infektionsgeschehen vorliegen. Von der Seelsorge-Einheit der katholischen Kirche auf der Höri wurden Vorkehrungen getroffen, damit aus dem religiösen Fest der Liebe kein weltliches Superspreading-Event wird.

Die Zahl der Gottesdienste über Weihnachten wurde deutlich reduziert oder ins Freie verlegt. Damit die maximale Anzahl an Personen und Hausständen im Kirchenraum nicht überschritten wird, ist eine Teilnahme an den Gottesdiensten nur über Anmeldung möglich. Dessen Stichtag lief am letzten Montag zwölf Uhr aus. Es seien weniger Anmeldungen eingegangen als gedacht, kommentiert Pfarrer Stefan Hutterer drei Stunden vor Anmeldeschluss. Es könne davon ausgegangen werden, dass die raren Plätze für die Gottesdienste in den Kirchen reichen.

Viele Veranstaltungen wurden erst gar nicht geplant

Ruhig sei es in der katholischen Pfarrei geworden – auffallend ruhig, beschreibt Pfarrer Hutterer die Auswirkungen der strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für die Seelsorgeeinheit der Höri. Veranstaltungen seien nicht nur abgesagt worden – viele von ihnen wurden erst gar nicht geplant. Hierunter fallen Vorbereitungen für die Firmung und Elternabende für die Kommunion sowie Pfarrgemeinderatssitzungen, aber auch die Treffen religiöser Verbände und Gruppen wie aktuell die der religiösen Sternsinger. „Das ist alles nicht mehr da und ruht“, so Hutterer über die Schritte, die im gegenseitigen Einverständnis von allen Seiten getroffen wurden.

Hinzu kommen das Fehlen der Vereinskonzerte an den Adventstagen, die Absagen der Weihnachtsmärkte und der Kaffee- und Adventskränze für die Senioren. Auch die weihnachtlichen Gottesdienste fallen unter Restriktionen, mit Vorabanmeldung und der Einhaltung der Corona-Regeln. Die Pfarrer sind nach wie vor angehalten, den Gottesdienst kurz zu halten und durch musikalische Angebote nicht zu überfrachten. Auch das Singen in der Gemeinde entfällt. Von der Empore aus wird nur eine kleine Gesangsgruppe den Gottesdienst umrahmen.

Unterschiedliches Infektionsgeschehen in den Landkreisen der Erzdiözese

Ob sämtliche Weihnachtsgottesdienste ins Freie verlegt werden sollen, war bis zum Redaktionsschluss noch offen. Die flächenmäßig große Erzdiözese Freiburg verlegte die Entscheidung auf die Ebene der Landkreise, die jeweils unterschiedliches Infektionsgeschehen aufweisen. „Mich würde es nicht wundern, wenn die Order kommt, dass sämtliche Indoor-Veranstaltungen abgesagt werden müssen“, so Pfarrer Hutterer. Aber die Seelsorge-Einheit Höri hätte noch einen Puffer – mit ihren Freiluftveranstaltungen. „Doch auch diese dürfen nicht zu riesig werden“, erklärt der Pfarrer. Hutterer verweist auch hier auf das Einhalten der Hygiene-Regeln und zeigt sich zuversichtlich, dass sich die Gläubigen an die Regeln halten werden: „Das ist bei einem gottesdienstlichen Geschehen gegeben, dass die Menschen zivilisiert auftreten.“

Während der Adventszeit schmückten Privathäuser ihre Fenster und Gärten. Besonders aktiv waren Gläubige in Bankholzen und Schienen. Mir ihren geschmückten Fenstern luden die Bürger zu abendlichen Rundgängen ein und boten eine visuelle Attraktion in der Weihnachtszeit. Auch im Horner Johannishaus wurden vier Fenster adventlich geschmückt. In Bankholzen findet ein Gottesdienst im Freien statt, bei dem verschiedene Orte aufgesucht werden. Der Stationen-Gottesdienst nimmt den Gedanken der Verkündigung auf und stellt den Gang der Hirten zur Krippe nach.