76 junge Menschen der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen konnten am vergangenen Wochenende ihr Abiturzeugnis in Empfang nehmen. Die 41 Absolventen im Allgemeinbildenden Gymnasium erreichten laut Pressemitteilung der Schule einen Gesamtdurchschnitt von 2,1; Mathea Düren und Alice Fülle schlossen ihre Schullaufbahn mit dem Traumdurchschnitt 1,0 ab.

An den Beruflichen Gymnasien von Schloss Gaienhofen haben 35 Schüler ihr Abitur gemacht.
An den Beruflichen Gymnasien von Schloss Gaienhofen haben 35 Schüler ihr Abitur gemacht. | Bild: Martina Bischofberger

Der Durchschnitt der 35 Abiturienten in den Beruflichen Gymnasien lag bei 2,3; Jahrgangsbeste war hier Lisa-Marie Mattes, ebenfalls mit dem Traumergebnis 1,0. Die Zeugnisübergabefeier fand in der Melanchthonkirche für beide Schulzweige getrennt statt, sodass die Eltern trotz des Abstandsgebots teilnehmen konnten.

Weg zum Abi war steil und mühsam

„Glücksgefühle, Erleichterung, Stolz und Ruhe darf euch erfüllen, aber auch Zuversicht und Vorfreude auf das, was vor euch liegt“, eröffnete Gunnar Horn, Leiter der Beruflichen Gymnasien, seine Ansprache an den einen Teil der Absolventen. Der Weg zum Abitur sei in jeder Hinsicht steil und mühsam gewesen, da mit ständig wechselnden Bedingungen zu kämpfen war.

Die Prüfungen erforderten dabei einen besonders großen Aufwand, da sowohl Vorbereitungs- als auch Prüfungsräume stets für getestete und ungetestete Schüler bereit gestellt werden mussten. Der daraus resultierende Mehraufwand an Aufsichten und Räumlichkeiten konnte an der Evangelischen Schule mit fünf Schulzweigen nur dadurch aufgefangen werden, dass in der Prüfungsphase mehrheitlich oder vollständig Fernunterricht per Videokonferenz stattfand. Dies lief allerdings ohne Probleme ab, weil die Schule laut Mitteilung bereits seit 2012 mit digitalem Unterricht arbeitet.

Innere Stärke siegt über Widrigkeiten

„Und das habt ihr für immer anderen Jahrgängen voraus: Ihr habt euch von den Widerständen und von dem Krisenmodus nicht unterkriegen lassen, habt eure Ziele weiterverfolgt. Eure innere Stärke siegte über die äußeren Widrigkeiten. Dennoch habt ihr die Rücksichtnahme auf den anderen nicht vergessen, habt euch solidarisch mit anderen gezeigt und damit Stärke bewiesen“, fasste Schulleiter Dieter Toder die beiden Jahre für den anderen Teil der Abiturienten zusammen.

Die Absolventen hätten im vergangenen Jahr Erfahrungen gemacht, die es sonst im späteren Leben zu machen gelte. Durch die unberechenbare Lage sei ein hohes Maß an Flexibilität, Durchhaltevermögen, Verantwortung und Bereitschaft zur Pflichtübernahme notwendig gewesen. Das Universum Schule, das bisher als heile Welt galt, sei verletzlich geworden – eine Erfahrung, die diesen Jahrgang mit Werten ausgestattet habe, die zukunftsfähig und damit essentiell für ihre eigene Entwicklung, die der Gesellschaft und der Welt seien.

Sinn zeichnet sich im Rückblick ab

Mathea Düren, Absolventin des Allgemeinbildenden Gymnasiums, differenzierte diese Erfahrungen in ihrer Rede weiter. Sie machte ihren Mitschülern, Lehrern und Gästen bewusst, wie sich erst im Rückblick auf die Lernjahre der Sinn dessen abzeichnet, was im Moment der Erfahrung noch zusammenhanglos schien.

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Umso dankbarer seien sie, so Daniel Summa, der die Rede für die Absolventen der Beruflichen Gymnasien hielt, dass sie Lehrer und Eltern um sich hatten, die sie mit Weitblick durch die schwierige Zeit begleiteten.

Nebel lichtet sich nach und nach

Schulpfarrer Arnold Glitsch-Hünnefeld führte den Blick vom Erreichten weiter in die Zukunft: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ In Anlehnung an Hebräer 13,14 lasse sich Veränderung als Erfahrung und Erkenntnis zugleich lesen. Ähnlich wie das „Fahren auf Sicht“ in der Corona-Zeit liege auch die Zukunft der Absolventen noch im Nebel, der erst nach und nach den möglichen Wegen weichen werde.

Letztendlich jedoch gelte es bei der Suche nach der „zukünftigen Stadt“ und bei deren Mitgestaltung auch an die Schwächeren zu denken. Die Gestaltung der eigenen Zukunft könne nur gelingen, wenn Solidarität ihren festen Platz darin habe.