Der Gemeinderat von Gaienhofen legte in seiner jüngsten Sitzung neue Gebühren für das nächste Jahr fest: Die Grundgebühr für Wasser erhöht sich um 5,2 Prozent. Das Wasser bleibt in seinem Preis pro Kubikmeter stabil. Die Abwassergrundgebühr sinkt um 2,7 Prozent. Die Gebühren für das Schmutzwasser steigen jedoch um 7,4 Prozent. Und obwohl die Gemeinde die Gebühren für das Niederschlagwasser um rund neun Prozent senkte, gehören diese mit zu den teuersten Erhebungen für Niederschlagswasser in Baden-Württemberg.

Drehen an fast allen Stellschrauben der Kostenkalkulation

Nahezu an sämtlichen Stellschrauben der Kostenkalkulation wurde gedreht, um die Kostenunterdeckungen der Vorjahre moderat aufzufangen und um künftig starke Gebührensprünge zu vermeiden. Trotz den steigenden Preisen in der Abfall-Wirtschaft konnte die Gemeinde durch einen Kostenüberdeckung die Gefäßgebühren und die Grundgebühren für den Rest- und Biomüll senken.

Die Wassergebühr wird je Kubikmeter geliefertes Frischwasser erhoben. Dessen Preis bleibt auch im Jahr 2021 stabil und beträgt weiterhin 2,43 Euro pro tausend Liter genutzten Wassers. Ab Januar 2021 erhöht sich deren Grundgebühr um 1,38 Euro auf 27,84 Euro. Das sind rund 5,2 Prozent mehr als im Jahr 2020. Auf eine Modellrechnung übertragen erhöht sich so für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 100 Kubikmetern Frischwasser der Preis um 1,38 Euro auf 270,84 Euro jährlich.

Gebühr für das Niederschlagwasser beträgt künftig 61 Cent pro Quadratmeter

Die Abwassergebühren setzen sich aus deren Grundgebühr in Höhe von 66,87 Euro, der Schmutzwassergebühr sowie aus der Niederschlagswassergebühr zusammen. Die Schmutzwassergebühr wird pro Kubikmeter Frischwasser erhoben und beträgt ab Januar 2,18 Euro je tausend Liter. Das sind 7,4 Prozent mehr als im Jahr 2020. Die Gebühr für das Niederschlagwasser wird auf versiegelte Flächen erhoben und beträgt 61 Cent pro Quadratmeter. Das sind rund neun Prozent weniger als im Jahr 2020.

Auf einen Haushalt mit vier Personen und auf einen jährlichen Frischwasserverbrauch von 100.000 Litern übertragen erhöhen sich so die Gebühren für das Abwasser bei einer abflusswirksamen und versiegelten Fläche von 190 Quadratmetern um 1,77 Euro auf insgesamt 400,77 Euro. In der Modellrechnung ergibt sich so in der Summe ein monatlicher Abschlag in Höhe von rund 56 Euro bei einem Verbrauch von 100 Kubikmeter Wasser im Jahr.

Ablesekarte für Zählerablesung kann kostenfrei an die Gemeindeverwaltung zurückgeschickt werden

Der Gemeinderat beschloss zudem eine Änderung der Satzung. Bisher erfolgte die Ablesung von Zählerständen durch einen Beauftragten der Gemeinde. Der Rat erweiterte diese Regel um eine Selbstablesung in begründeten Fällen.

Die Satzungsänderung nimmt hier den Sonderfall der Pandemie auf. Um die Verbreitung der Infektionen mit dem Coronavirus gering zu halten, soll auf der Höri die Zählerablesung für die Jahresabrechnung als Selbstablesung durchgeführt werden. Hierfür wird dem Anschlussnehmer eine Ablesekarte mit seinen Stammdaten per Post zugestellt. Die Ablesekarte kann kostenfrei an die Gemeindeverwaltung zurückgeschickt werden. Alternativ kann der Kunde die Daten via Internet oder über einen QR-Code via Smartphone übermitteln.

Umtauschgebühr für das Biomüll-Gefäß beträgt künftig 30 Euro

Die Jahresgebühren für den Restmüll bewegen sich anteilig nach der Anzahl der auf einem Grundstück befindlichen Wohnungen zwischen 82,80 Euro und 817,40 Euro (ab zwölf Wohnungen). Sie sinken um Beträge zwischen sieben und 110 Euro. Hinzu kommen die jährlichen Gebühren für die Abholung zwischen 31,64 Euro und 417,20 Euro. Auch hier sinken die Preise minimal zwischen 50 Cent und 12 Euro in Abhängigkeit vom Gefäßvolumen. Der Biomüll wird für Beträge zwischen 82 Euro und rund 233 Euro abgeholt. Ab 2021 erhöht sich die Umtauschgebühr für das Gefäß um acht Euro auf 30 Euro. Das ist eine Erhöhung um nahezu 37 Prozent.